Neue FinTech-Plattformen Deutsche Bank auf Ideensuche bei Start-ups

Deutschlands größtes Geldhaus will im vierten Quartal 2015 drei Innovations-Labore eröffnen. 500 FinTechs wollen die Banker pro Jahr bewerten und mögliche Kooperationen ausloten. Wettbewerber haben früher damit begonnen.
Update: 03.06.2015 - 13:24 Uhr 1 Kommentar
Das Finanzsinstitut bastelt an seiner Digitalisierungsstrategie. Quelle: dpa
Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt

Das Finanzsinstitut bastelt an seiner Digitalisierungsstrategie.

(Foto: dpa)

FrankfurtSeit Ende des Jahres liefen die Vorbereitungen bei der Deutschen Bank. Büros in den Hackeschen Höfen in Berlin, im Heron Tower in London und im kalifornischen Palo Alto, der Hochburg des Silicon Valley, wurden angemietet. Am Mittwoch dann gab Deutschlands größtes Geldhaus bekannt, dass es an diesen Standorten drei Innovationslabore einrichten wird.

Im vierten Quartal 2015 sollen sie eröffnet werden. Das Geldhaus nennt seine drei neuen Kreativzentren „Deutsche Bank Labs“. Wichtiger Impulsgeber, der Zentren sollen FinTechs sein. 500 der jungen Internetunternehmer sollen pro Jahr in den Laboren gesichtet werden und mögliche Kooperationen ausgelotet werden.

FinTechs wie Wikifolio, Kreditech oder Lendico sind in letzter Zeit verstärkt in den Fokus von Banken und Investoren gerückt. Sie vermitteln beispielsweise Kredite oder betreiben Handelsplattformen für Privatanleger. Den etablierten Geldhäusern jagen die Start-Ups damit Kunden ab - und sie werden nach Einschätzung von Experten in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen. FinTechs sind aber nicht nur Konkurrenten, sondern auch potenzielle Partner von Banken.

Die 15 größten Fintech-Firmen
Platz 15: Dataminr
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Die Finanzdienstleistungsbranche steht vor zahlreichen Herausforderungen infolge der Digitalisierung. Unter anderem steht sie zunehmend im Wettbewerb mit neuen Unternehmen. Zu den größten Fintech-Firmen gehört Dataminr, die mit 1,6 Milliarden Dollar bewertet wird. Die Firma gehört zu den Pionieren der Branche. Ihre Computer wühlen sich jeden Tag durch 500 Millionen Tweets, um marktrelevante Nachrichten aufzuspüren, die noch nicht über die regulären Presseagenturen gelaufen sind.

Die Daten des Rankings stammen von Finovate und basieren auf Medienberichten oder aus Hochrechnungen der letzten Finanzierungsrunden.

Platz 14: Prosper
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Prosper bringt private Kreditgeber und -nehmer online zusammen. Eingeführt wurde die Plattform im Jahr 2006 in den USA und gehört mittlerweile zu den größten der Fintech-Unternehmen: mit einem Marktwert von 1,9
Milliarden Dollar landet Prosper Marketplace auf Platz 14.

Platz 10: One97
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Einen Platz 13 gibt es nicht, die folgenden vier Unternehmen haben es alle auf den zehnten Rang geschafft, so wie One97: Zuletzt investierte der chinesische Internet-Konzern Alibaba in den indischen Payment-Service. Der Firmenwert der Online-Zahlungsplattform wird auf zwei Milliarden Dollar geschätzt.

Platz 10: Oscar
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Der Krankenversicherer Oscar Health sammelt die Daten seiner Kunden durch Fitnessarmbänder und Smartwatches ein und zahlt den Leuten Prämien dafür, sich gut in Schuss zu halten. Das kommt in den USA scheinbar gut an: Das Start-up aus Manhattan gilt als großes Tech-Versprechen im Versicherungsmarkt und hat einen geschätzten Marktwert von zwei Milliarden Dollar.

Platz 10: Credit Karma
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Bei Credit Karma können Kreditkartenbesitzer ihre Bonität und Kreditwürdigkeit beobachten. Mittlerweile gibt es das US-Finanztool seit neun Jahren und es ist zwei Milliarden Dollar wert.

Platz 10: CommonBond
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CommonBond ist einer der erfolgreichsten Kreditmarktplätze der USA und wächst immer mehr: vor einigen Monaten hat der Kreditmarktplatz eine Partnerschaft mit dem Finanzdienstleister Nelnet angekündigt. Derzeit ist CommonBond zwei Milliarden Dollar wert.

Platz 9: Xero
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Der Anbieter einer cloudbasierten Buchhaltungssoftware, Xero, landet mit einem Marktwert von 2,4 Milliarden Dollar auf den neunten Platz. Das könnte sich aber ändern: Künftig will das australische Unternehmen die Präsenz in den USA und Großbritannien verstärken.

Da viele der Firmen bisher einen überschaubaren Kundenkreis haben und wenig Erfahrung mit Regulierung und IT-Sicherheit besitzen, sind sie interessiert an Kooperationen mit Geldhäusern. Die Commerzbank hat deshalb bereits 2013 den „Main Incubator“ ins Leben gerufen, die Schweizer UBS betreibt eine FinTech-Plattform in London.

Die neuen Innovationslabore der Deutschen Bank sind Teil der Digitalisierungsinitiativen im Rahmen der Strategie 2020, bei der die Bank in den kommenden fünf Jahren bis zu 1 Milliarde Euro für die Digitalisierung bereitstellen möchte. Berlin, London und Palo Alto wurden gewählt, weil sich hier derzeit die Start-up-Szene am dynamischsten entwickelt.

Die Ideen der FinTechs sollen der Deutsche Bank Inspiration geben, wie sie ihr Kundenerlebnis verbessern kann. Doch es geht nicht nur um eine von außen sichtbare Modernisierung, die Bank ist auch an Themen wie digitale Authentifizierung, Analyse-Technologien, IT-Sicherheit oder der allgemeinen Prozessoptimierung interessiert.

Kooperation mit Microsoft, IBM und Co.
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