Neue Hypothekenklage US-Regierung will Großbanken verklagen

In Zusammenhang mit Hypothekengeschäften droht der Deutschen Bank eine milliardenschwere Klage der US-Regierung. Schlechte Nachrichten auch für die Mitarbeiter: Der Branchenführer könnte schon bald Stellen streichen.
Update: 02.09.2011 - 09:48 Uhr 7 Kommentare
Über der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt braut sich etwas zusammen. Quelle: Reuters

Über der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt braut sich etwas zusammen.

(Foto: Reuters)

New YorkDie amerikanische Regierung will einem Zeitungsbericht zufolge ein Dutzend Großbanken wegen unlauterer Hypothekengeschäfte auf Schadenersatz in Milliardenhöhe verklagen. Wie die „New York Times“ am späten Donnerstagabend (Ortszeit) online unter Berufung auf informierte Kreise berichtete, ist neben der Bank of America, JPMorgan Chase und Goldman Sachs auch die Deutsche Bank betroffen. Ein Sprecher von Deutschlands größtem Geldhaus sagte dazu: „Wir können eine Klage nicht kommentieren, die wir noch nicht gesehen haben und die noch nicht eingelegt worden ist.“

Die US-Aufsichtsbehörde FHFA, der die staatlichen Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac unterstehen, wirft den Instituten demzufolge vor, bei dem Verkauf von Hypotheken-Papiere auf dem Hoch des Immobilienbooms in den USA falsche Angaben über die Kreditwürdigkeit der Schuldner gemacht und den Wert von Immobilienkrediten falsch dargestellt zu haben.

In Hintergrundgesprächen argumentieren die Manager betroffener Banken, die Verluste seien nicht in erster Linie durch die Hypotheken-Papiere zurückzuführen, sondern auf einen Abschwung der Wirtschaft und des Immobilienmarktes. Außerdem hätten die Immobilienfinanzierer oder der Versicherungsriese AIG die Risiken durchaus einschätzen können.

Die Klagen gingen auf Vorladungen an Banken im vergangenen Jahr zurück. Als Klägerin trete die Aufsichtsbehörde Federal Housing Finance Agency (FHFA) auf. Sie ist für die Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac zuständig. Fannie Mae und Freddie Mac hatten zum Teil aufgrund dieser Geschäfte mehr als 30 Milliarden Dollar verloren, die dann vom amerikanischen Steuerzahler getragen werden mussten. Dem Bericht zufolge sollen die Klagen entweder diesen Freitag oder sonst kommenden Dienstag vor Bundesgerichten eingereicht werden. Das hänge mit der Einhaltung von Fristen zusammen: Am kommenden Mittwoch jährt sich zum dritten Mal die Verstaatlichung von Fannie Mae und Freddi Mac.

Im Juli hatte die FHFA bereits die Schweizer Großbank UBS auf 4,5 Milliarden Dollar Schadenersatz verklagt.

Vor allem Arbeitsplätze von Investmentbankern in Gefahr
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7 Kommentare zu "Neue Hypothekenklage: Jede Menge Ärger für die Deutsche Bank"

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  • Sie sehen doch, dass das nicht funktioniert.

  • Wiso oder?

  • Die Forderung von Ackermann ist so bekannt wie die Peanuts.
    Er will 25 %. In der Tat notiert der Kurs aktuell bei 26,70 Euro. Am 29.01.2001 notierte die Aktie bei 95,31 und 11.05.2007 bei 107,35 Euro. Der heutige Kurs liegt damit bei 28 bzw. 24,8 % der vorgenannten Kurse.

    Das Ziel ist offensichtlich knapp verfehlt.

    Der DAX notiert im Gegensatz bei 82 bzw. 74 % zu obigen Vergleichspunkten.

    Offensichtlich besteht hier ein diametrales Verständnis zum Begriff Performance.

    Bekanntlich ist da wo "Qualm" ist auch "Feuer". Berücksichtigt man die in letzter Zeit immer häufiger beschriebenen, eingesetzten "Mittel" um "Geschäft" zu generieren, dann gibt das zu denken. Ob es eine glückliche Wahl ist, Herrn Ackermann zum Aufseher machen zu wollen?
    Eine Analyse des Shareholdervalue, kommt da zu einer eindeutigeren Bewertung.

  • Na, das beschert Herrn Jain aber einen Bombenstart als einer der neuen Chefs der DB, denn für die CDS und CDO's ist er direkt mitverantwortlich. Da wird er in nächster Zeit wohl öfter vor Gericht als im Vorstand sitzen.

    Hoffentlich langt die US-Justiz richtig zu. Wenn für das Handeln dieser Herren keine persönlichen Konsequenzen drohen, brauchen wir uns um den Fortgang der Finanzmärkte in naher Zukunft keine Gedanken machen: Die Politik wird weiter Spielball der großen Finanzkonzerne bleiben und leider genau so erpreßbar wie bisher.

    Was machen die (und wir) nur, wenn die Steuerzahler deren verursachte Schäden nicht mehr auffangen können oder wollen? Oder: Wen jagen wir zuerst vom Hof? Die willfährigen Politiker oder die verantwortungslosen Protagonisten der Finanzindustrie?

  • @missionpossible
    Verstaatlicht werden sollte hier garnichts! Die Banken (und deren Mitarbeiter) sollten nur einfach begreifen, dass diese die Konsequenz ihres eigenen Handelns ist. Die Investoren müssen Begreifen dass sie für die Folgen ihrer eigenen Gier aufzukommen haben ... eigentlich geht es dabei doch schlicht und einfach um Verantwortung!

  • @bastian

    Korrekt: ohnehin sollten die durch die Finanzistitute verursachten Kosten ermittelt werden und in Form von mit entsprechenden Schadenersatzforderungen mit den Gewinnen verrechnet werden. Oder gleich verstaatlichen, wie das die Schweden mal gemacht haben.
    hab keine Lust für die krminlelle Machewnschften der Finanzkonzerne zu zahlen und zu bürgen.

  • Das ist doch alles so lächerlich: Die größten Kapitalisten machen sich jetzt auf einmal sorgen um Stellenabbau!
    Die Deutsche Bank hat doch in der Eurokrise sehr klar Stellung bezogen: die Euroländer sind überschuldet und müssen auf Gedeih und Verderb sparen. Die Deutsche Bank hat gelogen und betrogen uns muss jetzt die Konsequenzen dafür tragen. Das klingt für mich nur fair und richtig und um die Mitarbeiter im Investment Banking ist es auch nicht wirklich schade, sie hatten ja auch kein Mitleid bei Ihren Wetten (wo wird im Investment Banking denn noch wirklich investiert) auf den Untergang von Staaten und Unternehmen ...

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