Neue Ratingagentur

Russland und China wollen weg von Moody's & Co

Ratings im luftleeren Raum, die nicht von politischen Entscheidungen beeinflusst werden – das wünschen sich die aufstrebenden Wirtschaftsmächte China und Russland. Die entsprechende Agentur ist wohl schon in Planung.
Update: 03.06.2014 - 16:01 Uhr 8 Kommentare
Bisher bestimmten hauptsächlich drei Agenturen, wie Banken, Unternehmen, Länder und andere Akteure an den Märkten bewertet werden. Russland und China versuchen nun, ein Gegengewicht zu etablieren. Quelle: dpa

Bisher bestimmten hauptsächlich drei Agenturen, wie Banken, Unternehmen, Länder und andere Akteure an den Märkten bewertet werden. Russland und China versuchen nun, ein Gegengewicht zu etablieren.

(Foto: dpa)

MoskauRussland und China stemmen sich mit der Gründung einer eigenen Ratingagentur gegen die Dominanz der USA bei der Bewertung von Schuldnern und Finanzanlagen. Russlands Finanzminister Anton Siluanow gab eine entsprechende Vereinbarung am Dienstag am Rande einer China-Reise bekannt. Er betonte: „Wir wollen, dass die Ratings dieser Agentur unpolitisch sind.“ Zudem sprechen beide Seiten über Handelserleichterung und ihre Geldpolitik.

Weltweit wird der Markt für Bonitätseinstufungen von den drei US-Unternehmen Standard & Poor's (S&P), Moody's und Fitch dominiert. Russland hatte sich in jüngster Zeit mit deren Beurteilungen unzufrieden gezeigt. So hatte S&P Ende April russisches Staatsanleihen nur eine Note über dem Ramsch-Status eingestuft, nachdem Russland die Krim in sein Staatsgebiet eingegliedert hatte. Russland hatte deshalb von einem politisch motivierten Rating gesprochen, was S&P zurückgewiesen hatte.

In einem ersten Schritt werde die neue Agentur gemeinsame Investitionsprojekte bewerten, kündigte Siluanow an. Ziel sei es, andere asiatische Länder für die neue Agentur zu gewinnen.

Seit der Eskalation der Ukraine-Krise zeigt sich Russland bemüht, seine Wirtschaftskontakte zu China sowie zu anderen aufstrebenden Schwellenländern wie Indien, Brasilien und Südafrika auszubauen. So hatte der russische Gazprom-Konzern Ende Mai einen Gasliefervertrag mit China im Volumen von über 400 Milliarden Dollar abgeschlossen. Siluanow sagte, beide Länder sprächen auch über Steuervorteile für chinesische Investitionen in Russland, Handels-Vereinbarungen in den Landeswährungen, die jeweilige Zinspolitik der Zentralbanken und Währungsgeschäfte.

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8 Kommentare zu "Neue Ratingagentur: Russland und China wollen weg von Moody's & Co"

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  • der amerikanische gangsterkapitalismus nähert sich seinem ende und das ist gut so. diese schadensverursacher sind bis heute nicht zur verantwortung gezogen worden. unsere politiker sehen tatenlos zu. leider.

  • @Mister Colorado

    Sehen Sie, genau DAS meine ich mit dem (Lizenz-)Erpressungs-System des (anglo)amerikanischen Geldkartells (von SWIFT als Erpressungs-Ergänzung zur Dollar-Gelddruck-Lizenz habe ich noch gar nicht angefangen).

    Diese Erpressung und damit verbundene Finanzangriffskriege läßt sich die Welt auf Dauer nicht gefallen und die USA werden merken, daß, wenn sie so nach und nach alle anderen Länder boykottieren und bestrafen, nicht die Welt, sondern sie selbst diejenigen sind, die isoliert sind.

  • Sind die US-Ratingagenturen nur ein Waffe Washingtons im Krieg um die Weltherrschaft?

    Alle 3 US-Ratingagenturen handeln weltweit im Auftrag Washingtons als Massenvernichtungswaffe!

    Moody's und Co. schaffen sich mit ihren politischen Votum selbst ab!

    Man kann solchen US-Agenturen nichts mehr glauben!

    Weder damals, als die US-Ratingagenturen den US-Häuser-Ramsch in betgrügerischer Weise mit Bestnoten bewertet hatten - noch heute, wenn sie die Kreditwürdigkeit Russlands in perfidester Weise angreifen. Es bleibt zu hoffen, dass trotzdem der Dollar vor dem Euro untergeht!

  • Man merkt es auch am Ton der USA und ihrer Vasallen. sie reagieren gereizter. Nun wird wieder mit den Säbel gerasselt, Truppen zru Eskalation des von den USA finanzierten Ukraine-Putsches in die östlichen Staaten geschickt.
    Hoffen wir, dass sich Rußland nicht von den USA provozieren lässt und auch in der EU besonnene Kräfte die Oberhand gewinnen. jetzt bräuchten wir Größen ala Schmidt, Schröder, Genscher und nicht willenlose Scharfmacher wie VDL und Gauck!

  • Und BNP muss keineswegs diese Strafe akzeptieren. Die können ja auch aufhören Geschäfte mit den USA zu machen und in Frankreich bleiben.

  • Es hindert Sie doch niemand gegen die Ratings von Moody´s & co. zu investieren.
    Sch reiben ja so, als wäre es Ihnen verboten russische Staatsanleihen zu kaufen.
    Europa hat auch Ratingagenturen. China auch nur kommen die zu keinem anderen Ergebniss als die 3 Großen.
    Wir werden sehen wer dieser neuen Agentur glauben wird. die Oligarchen und Parteibonzen aber bestimmt nicht. Die würden schon längst keine Dollar mehr halten.

  • Das wird nicht viel bringen. Zumindest mittelfristig. Die Investoren werden deren Ratings kaum trauen, es sei, sie sind transparent aufgebaut. Dann kämen Agenturen mit anderen Bewertungen in Erklärungsnot.
    Was Russland von China lernen kann, ist deren Umgang mit der Währungspolitik.

  • Es ist fast schon ein Vergnügen zu beobachten, wie dieser neue eurasische Machtblock (der anglo-amerikanische Horror seit Jahrhunderten!) Zug um Zug das Geldschwindel-System der anglo-amerikanischen Hochfinanzmafia auseinander nimmt und eine Konkurrenz dazu aufbaut. Sie können sich dabei einer guten Anzahl von Entwicklungsländern sicher sein, die nur darauf warten, hier mit einzusteigen um vom Geldkartell frei zu werden, und auch schon europäische Vasallen des Imperiums "schwächeln", wie z.B. der Anleihenhandel in Yuan/Renminbi in London und bald auch in Frankfurt zeigt.

    Weiter so! Die Welt kann nur profitieren von einer multipolaren Ausrichtung anstelle der US-Neue-Welt-Ordnung, die US-Erpressung der gesamten Welt bedeutet (man denke an den derzeitigen Skandal um die BNP-Strafe weil sie für ihre Transaktionen im Zusammenhang mit Iran den Dollar benutzt haben).

    Man kann auch hoffen, daß die EUropäer sich den BNP-Fall eine Lehre sein lassen und das "Freischwindel-Abkommen" mit den USA
    fallen lassen. Hier geht es u.a. um die Festschreibung einer US-Lizenz-Erpressungs-Wirtschaft. Deshalb ist es auch unkündbar.

    Erste wachen schon auf (aus Schaden wird man klug, hoffentlich):

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/06/03/frankreich-stellt-ttip-wegen-milliardenstrafe-fuer-bnp-paribas-in-frage/

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