Neue Rechtsstruktur
UBS wappnet sich für den Krisenfall

Mit der Schaffung einer Holding will sich die Schweizer Großbank UBS gegen Krisen absichern – und bei der Bankenaufsicht einen Eigenmittelrabatt herausschlagen. Aktionäre können ihre Aktien im Verhältnis 1:1 umtauschen.
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ZürichDie Schweizer Großbank UBS hat mit dem Umbau ihrer Konzernstruktur begonnen. Dazu sollen die Aktionäre ihre bisherigen Anteile im Verhältnis 1:1 in Titel der neuen Holding UBS Group AG umtauschen. Versüßt wird ihnen dieser Wechsel mit einer Sonderdividende von mindestens 25 Rappen je Aktie, wie die Bank am Montag in Zürich mitteilte. Aus dem Prospekt zum Aktientausch geht außerdem hervor, dass die Bank im Juli und August 731 Millionen Franken (606 Millionen Euro) Gewinn gemacht haben dürfte. Das ist mehr als Experten bislang für das ganze Quartal erwartet hatten.

Die neue Gesellschaftsform und der dadurch notwendige Umtausch von Anteilen ist ein Schritt, um die Bank für die künftig deutlich strengeren Regeln für Schweizer Großbanken zu rüsten. Damit soll auch eine mögliche Abwicklung des Instituts im Fall einer Schieflage einfacher werden. Die Bank setzt außerdem darauf, dass in der neuen Form geringere Kapitalanforderungen auf sie zukommen.

Die neuen Aktien würden mit denselben Rechten ausgestattet sein wie jene der bisherigen UBS AG, hieß es in der Mitteilung. Die Annahmefrist für das Umtauschangebot beginnt voraussichtlich am 14. Oktober und endet am 11. November. Eine zusätzliche Frist ist vom 17. November bis zum 1. Dezember angesetzt. Schon am 19. November sollen die neuen Aktien in Zürich und New York gehandelt werden. Als nächste Schritte will die UBS innerhalb der kommenden zwei Jahre Tochtergesellschaften gründen: jeweils eine in der Schweiz, in den USA und in Großbritannien.

Aus den veröffentlichten Unterlagen der Bank zu einem Aktientausch für eine Holding-Struktur geht auch hervor, dass die Schweizer Großbank im Skandal um die Manipulation von Devisenkursen mit einer saftigen Geldstrafe rechnen muss. Mit einigen Aufsichtsbehörden hätten Verhandlungen begonnen. In den Gesprächen gehe es um die Frage, ob die internen Regeln und Kontrollen der UBS im Devisenhandel immer ausreichend waren, um Verstöße gegen Vorschriften zu verhindern. Zur Diskussion stünden substanzielle Geldstrafen.

Aufsichtsbehörden in Großbritannien, den USA sowie in der Schweiz und in Hongkong gehen seit rund einem Jahr dem Verdacht nach, dass Devisenhändler Kurse abgesprochen haben, um Kunden zu benachteiligen. Am internationalen Devisenmarkt werden täglich Währungen im Gegenwert von mehr als fünf Billionen Dollar gehandelt. Bislang hatte die UBS erklärt, Anfragen von Behörden erhalten zu haben. Das Institut kooperiere bei den Untersuchungen und habe auch schon personelle Konsequenzen gezogen. Ähnlich äußerte sich jüngst auch die Deutsche Bank.

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