Neue Strategie
Credit Suisse wird auf Wachstum getrimmt

Die Schweizer Bank Credit Suisse will künftig mehr auf das private Bankengeschäft und auf superreiche Großkunden setzen. In den letzten Monaten hatte Credit Suisse mit seiner Strategie Schlagzeilen gemacht.
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ZürichMit einem Umbau der Vermögensverwaltung will die Schweizer Großbank Credit Suisse das Wachstum ankurbeln. Die vor einem Jahr eingesetzten Bereichs-Chefs Hans-Ulrich Meister und Robert Shafir setzen auf Schwellenländer und Superreiche, von kleineren Kunden will sich die zweitgrößte Bank des Landes dagegen verabschieden. Hellt sich zudem das Umfeld auf, dürfte Credit Suisse das Ziel eines jährlichen Neugeldwachstums von sechs Prozent mittelfristig auch wieder erreichen. „Im Moment sind Privatbanken schon fast in einem perfekten Sturm”, sagte Meister in einem am Dienstag veröffentlichten Interview. „Aber sobald die Zinsen steigen und die Kundenaktivität anzieht, haben wir ein gewaltiges Potenzial.”

In den letzten Monaten hat Credit Suisse vor allem mit einem milliardenschweren Kostensenkungsprogramm Schlagzeilen gemacht. „Man hört viel Lärm um die Transformation unserer Branche”, sagte Meister. Dabei würden die Wachstumschancen oft übersehen. Im Visier der Credit Suisse stehen vor allem Unternehmer aus den Schwellenländern. Die Superreichen (Ultra High Net Worth Individuals, UHNWI) mit mindestens 50 Millionen Dollar bei der Credit Suisse kommen gegenwärtig auf einen Anteil von 44 Prozent an den von der Privatbank verwalteten 812 Milliarden Franken. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, das in den nächsten zwei bis drei Jahren auf 50 Prozent zu steigern.”

Die Unternehmensberater der Boston Consulting Group sagen voraus, dass die Haushalte mit Vermögen von über 100 Millionen Dollar bis 2017 jährlich um 9,2 Prozent wachsen werden - fast drei Mal schneller als Haushalte mit weniger als einer Million Dollar.

Um mit dieser Klientel ins Geschäft zu kommen, sind Kredite ein wichtiges Instrument. Die Ausleihungen will die CS markant ausweiten. Dies gilt neben den Schwellenländern auch für die USA, wo Credit Suisse mit rund 90 Milliarden Dollar an verwalteten Vermögen nicht zu den großen Spielern gehört. Mit Dienstleistungen aus dem Investmentbanking-Arsenal wie Krediten oder Absicherungen will sich die Bank aber ein größeres Stück vom Kuchen sichern, sagte Shafir. „Einer unserer wirklichen Vorteile als Privatbank ist die Tatsache, dass wir über eine der führenden Investmentbanken verfügen.” Credit Suisse gehört weltweit zu den sieben größten Investmentbanken und zu den fünf größten Privatbanken.

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„Wir kratzen erst an der Oberfläche”

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