Neue Strukturen gefordert: WestLB will sich reinwaschen

Neue Strukturen gefordert
WestLB will sich reinwaschen

Die Landesbanken werden in ihrer jetzigen Form nicht überleben, glaubt die WestLB. Deswegen müssen neue Strukturen her. Vorher jedoch will die Bank offenbar ihre Altlasten loswerden und weitere risikoreiche Papiere ausgliedern. Es soll sich um eine stattliche Summe handeln.
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HB DÜSSELDORF. Die angeschlagene WestLB will ein weiteres milliardenschweres Paket an Wertpapieren ausgliedern. Das geht aus einem Schreiben des Bankvorstandes an die Sparkassen in Nordrhein- Westfalen hervor. Demnach hat der WestLB-Vorstand den Eigentümern und dem Aufsichtsrat vorgeschlagen, „ein weiteres umfangreiches Portfolio von Risikoaktiva auszugliedern“, wie am Freitag in Branchenkreisen verlautete. Der Umfang des Paketes wird auf 50 Milliarden Euro geschätzt. Im Brief selbst wurde keine Zahl genannt. Die drittgrößte deutsche Landesbank hatte bereits Anfang 2008 risikoreiche Papiere im Volumen von 23 Milliarden Euro ausgegliedert.

Die Trennung von milliardenschweren Risiken sei die Voraussetzung für einen Umbau unter den Landesbanken, heißt es in dem unter Führung von Vorstandschef Heinz Hilgert verfassten Brief. Denn die Landesbanken hätten in deren gegenwärtiger Zahl und Verfassung keine Zukunft mehr. „Die gegenwärtige Struktur der Landesbanken ist - und das wissen wir alle - so nicht zukunftsfähig“, heißt es in dem Brief. Deshalb müssten rasch Kernkompetenzen der einzelnen Institute gebündelt werden, fordert Hilgert. Ohne eine Befreiung der Landesbanken von ihren Altlasten gebe es aber „keine Perspektive für eine rasche Erholung und Konsolidierung unseres Sektors“. Auch die deutschen Sparkassen hatten sich im November für eine Ausgliederung der Risiken ausgesprochen.

Für die WestLB selbst wird 2009 ein Jahr, „das für uns alle ähnlich herausfordernd wie das vergangene Jahr“ ist. Und 2008 sei das „schwierigste Jahr ihrer Geschichte“ gewesen.

Der WestLB-Vorstand habe den Eignern bereits vorgeschlagen, erneut ein „umfangreiches Portfolio von Risikoaktiva auszugliedern“, heißt es in dem Schreiben. Im Rahmen der aktuellen Bankbilanzen seien die Probleme der Finanzkrise kaum zu lösen. Aus mit dem Vorgang vertrauten Kreisen verlautete, es handele sich um Risiko-Papiere mit einem Volumen von rund 50 Milliarden Euro. Sprecher der WestLB und des nordrhein-westfälischen Finanzministeriums wollten dies nicht kommentieren.

Die Eigner der WestLB hatten bereits im vergangenen Jahr mit Garantien in einer Höhe von fünf Milliarden Euro für Risiko-Papiere der Bank mit einem Volumen von rund 23 Milliarden Euro gebürgt. Derzeit gebe es bei den Sparkassenverbänden keine Gremienbeschlüsse für neue Garantien, sagte ein Sprecher des westfälischen Sparkassenverbands WLSGV, der zusammen mit dem rheinischen Verband RSGV die Mehrheit an der WestLB hält.

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