Neue Tochtergesellschaft Online-Broker IG wählt Deutschland als Brexit-Exil

Wegen des bevorstehenden EU-Austritts Großbritannien will der britische Online-Broker IG Group eine Tochtergesellschaft nach Deutschland verlegen. Ein entsprechender Antrag liege der Finanzaufsicht vor.
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Online-Broker IG wählt Deutschland als Brexit-Exil Quelle: Reuters
IG Group

IG ist auf den Handel mit gehebelten Finanzprodukten spezialisiert.

(Foto: Reuters)

Der britische Online-Broker IG Group gründet wegen des bevorstehenden Austritts Großbritanniens aus der EU eine Tochtergesellschaft in Deutschland. IG habe einen entsprechenden Antrag bei der Finanzaufsicht BaFin gestellt, teilte der Online-Broker am Dienstag mit. Die Tochter solle zur regionalen Drehscheibe für das Geschäft in der EU werden. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2017/18 steigerte IG den Vorsteuergewinn um 29 Prozent auf 136,2 Millionen Pfund (155 Millionen Euro). Vor diesem Hintergrund stiegen IG-Aktien in London um bis zu vier Prozent und waren mit 815 Pence so teuer wie zuletzt vor rund einem Jahr.

Die 1974 gegründete IG ist auf den Handel mit gehebelten Finanzprodukten spezialisiert. IG-Chef Peter Hetherington kritisierte die Pläne der europäischen Wertpapieraufsicht ESMA, den Verkauf besonders riskanter Hebelprodukte an Privatanleger zu beschränken. Viele Privatanleger seien verunsichert und wollten die Produkte auch in Zukunft nutzen, sagte Hetherington. Die Finanzaufsicht BaFin hatte für Privatkunden bereits im vergangenen Jahr Differenzgeschäfte (CFDs) mit einer Nachschusspflicht untersagt, da Privatanleger das damit verbundene immense finanzielle Risiko nicht abschätzen könnten. Vor diesem Hintergrund waren die Aktien von IG und den Konkurrenten CMC und Plus500 in den vergangenen Monaten mehrfach eingebrochen.

Bei Differenzgeschäften spekulieren Anleger auf die Kursentwicklung von Basiswerten - etwa von Aktien, Rohstoffen, Währungspaaren oder Zinssätzen. Der Kapitaleinsatz ist relativ gering. Bei einer positiven Kursänderung des Basiswerts erhält der Anleger den Differenzbetrag, bei einer negativen muss er ihn ausgleichen. CFDs waren 2015 in den Fokus der Öffentlichkeit geraten, als die Schweiz die Bindung des Franken an den Euro überraschend aufgab. Der Euro brach daraufhin gegenüber dem Franken ein - und auf vielen CFD-Investoren kamen hohe Nachschusspflichten zu.

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