Neuemission
US-Handelsplattform Bats will an die Börse

Im Jahr 2012 hatte der US-Börsenbetreiber Bats seinen Börsengang abgebrochen. Jetzt unternimmt die Firma einen zweiten Anlauf. Den Wert des Unternehmens hat die Gruppe seitdem verdoppelt.

New YorkDer US-Börsenbetreiber Bats hat Details zum geplanten Börsengang veröffentlicht. So soll der Preis der Aktien zwischen 17 und 19 Dollar liegen. Der zweitgrößte Börsenbetreiber der USA hinter der New York Stock Exchange (NYSE) wäre damit bis zu 2,1 Milliarden Dollar wert – mehr als doppelt so viel als 2012, als das Unternehmen ursprünglich vor hatte an die Börse zu gehen.

Damals zog das Unternehmen nach einer Serie von technischen Pannen und einem Kurseinbruch am ersten Handelstag die Notbremse und verabschiedete sich umgehend wieder von der eigenen Börse. Zuvor waren diverse Transaktionen storniert und der Handel mit Bats-Anteilsscheinen gestoppt worden. Im vergangenen Jahr zahlte das Unternehmen eine Strafe von 14 Millionen Dollar, um eine Untersuchung der Börsenaufsicht SEC beizulegen. Die SEC hatte Bats vorgeworfen, dass zwei Handelsplattformen der Tochter Direct Edge Hochfrequenzhändler bevorzugen würden.

Im zweiten Anlauf soll nun jedoch alles glatt gehen. Die Börse versichert, die Systeme ausgiebig getestet zu haben. Die Roadshow, bei der Bats Investoren gewinnen will, könnte noch diese Woche starten, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Handelsplattform, die in Europa nach Marktvolumen der führende Börsenbetreiber ist, wurde 2005 von einem Konsortium auf Finanzinstituten gegründet – als alternative zur NYSE. Zu den Anteilseignern gehören unter anderem JP Morgan Chase, Goldman Sachs, Citigroup, Bank of America und der Hedgefonds Citadel.

Der Börsengang ist auch ein Test für die Stimmung an den Aktienmärkten. Die ersten drei Monate des Jahres waren von starken Schwankungen an den Börsen geprägt. Das hat Investoren abgeschreckt, geplante Börsengänge wurden verschoben. Bats ist eines von wenigen Unternehmen, die sich in diesem Jahr aufs Parkett trauen. 11,2 Millionen Aktien will der Börsenbetreiber ausgeben, und so vor allem seinen Anteilseignern die Möglichkeit geben, Scheine zu verkaufen.

Astrid Dörner ist Korrespondentin in New York.
Astrid Dörner
Handelsblatt / Deskchefin Agenda
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