Neuer Bankenskandal
HSBC unter Geldwäsche-Verdacht

Die Schweizer UBS hat ihn gespürt, ebenso das Geldhaus ING. Jetzt trifft der Zorn der US-Behörden Europas größte Bank, die HSBC. Der Verdacht auf Geldwäsche steht im Raum. Für die Bank könnte das teuer werden.
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LondonKeine Woche ohne neuen Bankenskandal. Dieses Mal trifft es Europas mächtigste Bank HSBC. Das Institut stellt sich in den USA auf eine hohe Strafe wegen des Verdachts der Geldwäsche ein. In der kommenden Woche wird sich Irene Dorner, die US-Chefin der britischen Bank vor einem Ausschuss des US-Senats offiziell dafür entschuldigen, dass HSBC zwischen 2004 und 2010 keine effektiven Kontrollen in Kraft hatte, die die Finanzierung von Terrorismus und anderen kriminellen Aktivitäten verhindert hätten.

„Es ist richtig, dass wir zur Rechnung gezogen werden, und dafür die Verantwortung übernehmen, was schiefgelaufen ist", räumte HSBC-Chef Stuart Gulliver in einem internen Memo an seine Mitarbeiter an.

Der Ausschuss des US-Senats, vor dem sich HSBC rechtfertigen muss, kann zwar selbst keine Strafen verhängen. Aber nach Informationen aus Finanzkreisen stellt sich die britische Bank auf ein Bußgeld ein, das schon sehr bald verhängt werden könnte. Analysten gehen davon aus, dass sich die Strafe im hohen dreistelligen Millionenbereich bewegen wird.

Wegen ähnlicher Vergehen musste die Schweizer Großbank UBS im Februar 2009 780 Millionen Dollar bezahlen. Gegen die Deutsche Bank verhängten die Amerikaner im Dezember 2010 ein Bußgeld von 553 Millionen Dollar. Zuletzt traf der Zorn der US-Behörden das niederländische Geldhaus ING im Juni dieses Jahres mit einer Strafe von 619 Millionen Dollar.

Die Affäre kommt für das Top-Management von HSBC zur Unzeit. Der Ruf der Banken in Großbritannien und den USA ist durch eine Reihe von Skandalen ohnehin bereits schwer angeschlagen. Erst Ende Juni musste die britische Großbank Barclays eine Rekordstrafe von knapp 500 Millionen Dollar wegen ihrer Verwicklung in den Skandal um die Manipulation des globalen Referenzzinses Libor akzeptieren. In diesem Fall ermitteln Behörden rund um den Globus gegen etwa 20 Geldhäuser. In Großbritannien sorgte die Libor-Affäre für einen innenpolitischen Sturm, der innerhalb weniger Tage Barclays-Chef Bob Diamond und den Chairman der Bank, Marcus Agius, das Amt kostete.

Im Gegensatz zu Diamond war HSBC-Chef Gulliver allerdings nicht direkt für den Bereich verantwortlich, in dem die Geldwäsche-Vergehen stattfanden. Als damaliger Chef des Investmentbankings leitete Diamond das Geschäft, in dem Händler der Bank zwischen 2005 und 2009 systematisch den Libor-Satz manipulierten.

Auch Gulliver war vor seinem Aufstieg zum Vorstandsvorsitzenden Chefinvestmentbanker von HSBC. In dieser Eigenschaft hatte er allerdings keinen Einfluss auf die Vorkehrungen gegen Geldwäsche in den USA.

Gulliver führt HSBC seit Anfang 2011 und hat ein umfangreiches Restrukturierungsprogramm eingeleitet, das nicht nur Kosten sparen, sondern auch die Komplexität der Bank reduzieren soll.

HSBC gehörte zu den wenigen europäischen Geldhäusern, die ohne größere Probleme durch die Finanzkrise kamen und durchweg schwarze Zahlen schrieben. Dafür ist vor allem die Ausrichtung des im 19. Jahrhundert als Hongkong and Shanghai Bank in Asien gegründeten Instituts auf die Emerging Markets verantwortlich.

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  • Shitstorm über der Londoner City. HSBC, The London Whale, Liborskandal, was kommt als Nächstes? Für Gesetze der Londoner City basierten u.a. auf Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und Vertrauenswürdigkeit. Da die Menschen, die diese Eigenschaften verkörpern können, ausgestorben zu sein scheinen, sollten dort die selben Regeln gelten wie überall. Am Himmel über London ist Wetterleuchten zu sehen, das die Furcht vor geringerem Einfluss andeutet. Spätestens mit der Bankenunion im Euroraum und deren Kontrolle sowie den in absehbarer Zeit auftretenden Eurobonds spaltet sich Geschäft von der City auf den Kontinent ab. Amerika wird weiter Fragen stellen, wie schon letztlich in der Anhörung von Jamie Diamond, ob London ein Ort schräger Geldgeschäfte ist, in dem amerikanischer Wohlstand verzockt wird.

  • Internationale Banken verstricken sich haeufig in US-Geldwaeschegesetzen. Auch deutsche Banken waren schon betroffen. Wichtig ist es daher, aktuelle Regeln im Blickfeld zu behalten und intern entsprechende Kontrollorgane zu schaffen. Untersuchungen z.B. durch die amerikanische OFAC-Behoerde sind unangenehm und zeitaufwendig.

  • Diesen Kommentar muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Was fuer einen Humbug faeseln Sie da eigentlich? Es gibt KEINE Branche, die eine so konsequente Abkehr von Kundenorientierung produziert wie die Banken. Es gibt minimale Habenzinsen, dafuer Wucherkreditzinsen. Nennt sich Zinssspanne und ist einer der Gruende, wie man (neben billigstem Parken von Geld bei der EZB) mit Nichtstun reich wird. Banken sind durchsetzt von Versagern und Mafiosi - die aufgezeigten Faelle sind doch nur die Spitze des Eisbergs. Andererseits: Der Vergleich mit den Rueckrufaktionen bei Autos ist ein Lacher - bewerben Sie sich bei RTL.

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