Neuer Deutsche-Bank-Aufseher
Bsirske schaut Jain und Fitschen auf die Finger

Die Verdi-Macht im Aufsichtsrat der Deutschen Bank wächst: Sechs Mandate hat die Gewerkschaft beim Geldhaus errungen. Der Zukauf der Postbank macht es möglich, dass auch Verdi-Chef Bsirske zum Aufseher wird.
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FrankfurtDie Gewerkschaft Verdi hat im Aufsichtsrat der Deutschen Bank künftig deutlich mehr zu sagen. Sechs der zehn gewählten Arbeitnehmervertreter kommen von der mächtigen Dienstleistungsgewerkschaft, wie eine Sprecherin am Dienstag nach dem Treffen der 650 Delegierten sagte. In das Kontrollgremium des größten deutschen Geldhauses zieht auch Verdi-Chef Frank Bsirske ein.

Bislang stellte die Gewerkschaft nur vier Vertreter, aber durch den Zukauf der Postbank ist der Einfluss Verdis bei der Deutschen Bank gestiegen. Denn ein großer Teil der Postbank-Mitarbeiter ist Mitglied der Gewerkschaft, die schon häufiger auf Konfliktkurs mit der Bank gegangen ist.

Arbeitnehmervertreter stellen die Hälfte des 20-köpfigen Aufsichtsrats, der vom früheren Allianz -Vorstand Paul Achleitner geleitet wird. Um die Besetzung der Posten war vor den Wahlen heftig gerungen worden, da sie für die Machtverhältnisse der Gewerkschaften sehr wichtig sind.

Die kleinere Gewerkschaft DBV, die bislang mit Karin Ruck Achleitners Stellvertreterin stellte, machte gemeinsame Sache mit unabhängigen Kandidaten und konnte zwei Mandate gewinnen. Gewerkschaftschef Stephan Szukalski zieht neu in das Gremium ein, Ruck war nicht mehr angetreten. Er sei zufrieden mit dem Wahlergebnis, sagte Szukalski.

Als Favorit für die Wahl zum Vize-Vorsitzenden des Aufsichtsrats gilt Konzernbetriebsratschef Alfred Herling von Verdi, der seit vielen Jahren in dem Gremium sitzt. Er appellierte an seine Kollegen, den Kulturwandel des Instituts konstruktiv zu begleiten. Bsirske war lange als Kandidat für den Vize-Posten gehandelt worden, was aber bei den anderen Gewerkschaften auf Widerstand gestoßen war.

Der Stellvertreter wird vom neuen Aufsichtsrat nach der Hauptversammlung am 23. Mai gewählt. Als neue Vertreterin der Kapitalseite soll bei dem Aktionärstreffen die frühere Finanzchefin der US-Großbank JP Morgan, Dina Dublon, gewählt werden.

Daneben sollen der ehemalige Finanzchef der Schweizer UBS, John Cryan, sowie der Düsseldorfer Gesellschaftsrechtler Georg Thoma einziehen. Sie ersetzen den ehemaligen Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick, den früheren Bayer-Chef Werner Wenning sowie Bosch-Aufsichtsratsmitglied Tilman Todenhöfer. Damit erhalten Vertreter der Finanzbranche ein stärkeres Gewicht in dem Aufsichtsgremium, das unter anderem den Vorstandschef bestimmt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Neuer Deutsche-Bank-Aufseher: Bsirske schaut Jain und Fitschen auf die Finger"

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  • An eine "gemeinnützige Stiftung"? Muaaahhahhhhaa!
    Die "zufällig" der Gewerkschaft " nahesteht? Wo dann wer wohl im Vorstand sitzt? Und da dann eine "bescheidene Aufwandsentschädigung" kassiert?

  • Wenn man auch nur die geringste Ahnung hätte, wüsste man, dass alle ver.di-Vertreter im Aufsichtsrat ihre Vergütungen an eine gemeinnützige Stiftung abführen und sich nicht damit persönlich bereichern.

    Über die restlichen Pauschalisierungen spare ich mir lieber ein Kommentar, er könnte dann ähnlich ausfällig werden.

  • Ja, und da wird sich der Kommunist und Volksschädling zusammen mit den Bankern bei großen Empfängen vollfressen- und saufen, und vielleicht gibt's ja auch mal einen kleinen Trip nach Brasilien? Auf Bank-Kosten, natürlich!
    Am besten Peter Hartz fragen, wie man so was organisiert, der hat ja jetzt eine "Beratungsfirma", wie man so hört.
    Einfach widerlich!

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