Neuer Deutsche Bank-Chef John Cryan
Verschnaufpause vor dem großen Umbau

Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt als neuer Chef der Deutschen Bank dürfte John Cryan ordentliche Zahlen präsentieren. Spannend wird es Ende des Jahres – und die Investmentsparte zittert bereits.
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FrankfurtEs wird John Cryans erster öffentlicher Auftritt als Chef der Deutschen Bank : Am kommenden Donnerstag legt das größte deutsche Geldhaus seine Zwischenbilanz für das zweite Quartal vor und nach zahlreichen Nackenschlägen könnte es dieses Mal gute Nachrichten geben.

Nach Einschätzung von Experten wird Cryan einen Gewinnsprung präsentieren. Denn im Tagesgeschäft dürfte sich das Institut wacker geschlagen haben. Und die noch immer schwelenden Rechtsstreitigkeiten haben vermutlich keinen Grund geboten, so viel mehr Geld zur Seite zu legen, dass es wehtut.

Das verschafft Cryan, der Anfang Juli überraschend Anshu Jain ablöste, eine Atempause. Bis Oktober will er an den Details der „Strategie 2020“ feilen. Solange heißt es für Aktionäre und Analysten: abwarten. „Cryan wird sich die großen Nachrichten für den Herbst aufheben, deshalb ist die Halbjahresbilanz nur eine Momentaufnahme“, glaubt Neil Smith vom Bankhaus Lampe.

Cryan präsentiert das Zahlenwerk zusammen mit dem ebenfalls neuen Finanzchef Marcus Schenck. Das Gros der Analysten rechnet mit einem Vorsteuergewinn zwischen 1,2 und 1,4 Milliarden Euro, vor einem Jahr stand nicht einmal eine Milliarde in den Büchern. Viel spannender dürfte für Cryan der Blick in die einzelnen Sparten sein, muss er doch über den endgültigen Zuschnitt der „neuen“ Deutschen Bank entscheiden.

Dass das Privatkundengeschäft unter anderem durch den Verkauf der Postbank deutlich verkleinert wird, steht fest. Das Filialnetz verschlingt viel Geld, während die dauerhaften Niedrigzinsen am Ergebnis nagen. Die Vermögensverwaltung wiederum, die auf reiche Privatkunden und Profi-Anleger zielt, hatte unlängst über florierende Geschäfte berichtet und hohe Erwartungen geweckt.

Zittern muss die Investmentbank, wo die Geschäfte traditionell stärker schwanken. Dass die Frühjahrsmonate eher eine Enttäuschung waren, hat sich bereits in den Bilanzen großer US-Rivalen wie JP Morgan und Goldman Sachs gezeigt: Der Handel mit festverzinslichen Wertpapieren - die wichtigste Domäne der Deutschen Bank - lief zuletzt zäh.

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