Neuer Eigentümer gesucht Private Banken stützen Düsseldorfer Hyp

Die Finanzkrise fordert erneut ein Opfer unter den deutschen Banken: Nach der IKB und der SachsenLB muss mit der Düsseldorfer Hypothekenbank erneut ein Institut von der Finanzbranche gestützt werden. Die Bank wird vorübergehend auf den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken übertragen. Am Ende soll der Verkauf stehen.
Firmenlogo der Düsseldofer Hypothekenbank: Der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken hat jetzt bei dem Institut das Sagen.

Firmenlogo der Düsseldofer Hypothekenbank: Der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken hat jetzt bei dem Institut das Sagen.

FRANKFURT. Das auf Staatsfinanzierung spezialisierte Institut sei vom Einlagensicherungsfonds übernommen worden, teilte der Bundesverband deutscher Banken (BdB) am Montagabend mit. Ziel sei es, die bislang der Unternehmerfamilie Schuppli gehörenden Bank in einem geordneten Verfahren weiterzuveräußern.

Die Finanzkrise hatte 2007 den Gewinn der Düsseldorfer Bank, die vor allem in der unter Margenschwäche leidenden Staatsfinanzierung tätig ist, aufgezehrt. Das Institut hatte im vergangenen Jahr wegen der Finanzkrise mit Abschreibungen zu kämpfen und schloss mit einer schwarzen Null ab. Das Staatsfinanzierungsgeschäft schrieb Verluste. Zur Stärkung der Kapitalbasis hatte die Schuppli-Gruppe der Düsselhyp im Februar diesen Jahres 100 Mill. Euro zugeführt. Sie hatte damit auf einen von der Bankenaufsicht in Auftrag gegebenen Sonderbericht der Wirtschaftsprüfer reagiert. Darin war eine Prüfung der Strategie und eine Kapitalzufuhr gefordert worden.

Da durch die Krise die Refinanzierungskosten für Banken ohne eigenes Einlagengeschäft deutlich gestiegen sind, können Institute wie die Düsselhyp kaum mehr profitables Neugeschäft eingehen. Bereits vor der Krise war es wegen des Margenverfalls in dieser Nische der Bankenbranche zu Konsolidierungen geführt. So wurde die Depfa Bank von der größeren Hypo Real Estate geschluckt. Nach Ausbruch der Krise ging die ebenfalls teilweise der Schuppli-Gruppe gehörende und mit einek ähnliches Geschäftsmodell operierende EssenHyp ging Ende 2007 an die Commerzbank.

Wichtig für die deutsche Finanzbranche ist die Stützung der Düsselhyp auch, um den Ruf des Pfandbriefs als Refinanzierungsinstrument zu schützen. Die Bedienung und die Einlösung der Pfandbriefe des Instituts seien gesichert, betonte der BdB gestern abend. Pfandbriefe sind gesetztlich regulierte Wertpapiere, die für die deutschen Banken in den aktuell schwierigen Zeiten ein im internationalen Vergleich günstige Refinanzierungsinstrument darstellen sind. Der Ausfall einer Pfandbriefbank wie der Düsselhyp würde die Geldbeschaffungskosten für alle Institute drastisch in die Höhe schnellen lassen.

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