Neuer LBB-Vorstandschef Ein Koffer für Berlin

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Landesbank Berlin (LBB), Heinrich Haasis, steht mächtig unter Zeitdruck. Auf der LBB-Hauptversammlung am 9. Juni wird der Vorstandsvorsitzende Hans-Jörg Vetter den Aktionären gegenüber letztmalig Rechenschaft ablegen und Fragen beantworten.

BERLIN/FRANKFURT. Einen Tag später wird er seinen neuen Job bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) beginnen. Vetter wird die Nachfolge von Siegfried Jaschinski an der Spitze der größten deutschen Landesbank antreten, der aus landespolitischen Gründen die Verantwortung für die milliardenschweren Verluste in Stuttgart übernehmen musste. Doch wer folgt Vetter bei der sparkasseneigenen Bank?

Gute Chancen werden aktuell Michael Horn eingeräumt, derzeit noch stellvertretender Vorsitzender der LBBW. Auf jeden Fall ist sein Name derzeit auffällig häufig in Sparkassen-Kreisen zu hören, wenn es um Vetters Nachfolge geht. Horn gehört dem LBBW-Vorstand seit 2002 an. Drei Jahre später stieg er zum Vize-Chef auf. Der gebürtige Stuttgarter, der selbst einmal Vizechef der Ravensburger Kreissparkasse war, verantwortet im LBBW-Vorstand das Geschäft mit Privatkunden und Sparkassen und ist für Vertriebscontrolling und –steuerung verantwortlich. Damit erfüllt der 53-jährige Manager wichtige Kriterien für den Spitzenjob bei der LBB, zu der auch die große Berliner Sparkasse gehört. „Er könnte auch dem Firmenkundengeschäft neue Impulse geben“, heißt es in Finanzkreisen. Zudem ist Horn ein alter Vertrauter von Haasis, in Personalunion Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. Man kennt sich aus Sparkassenverbandszeiten in Baden-Württemberg.

Allerdings wird Horn auch große Heimatverbundenheit nachgesagt. Doch die könnte zweitrangig werden. So munkelt man in Sparkassenkreisen, dass Vetter seine Hausmacht bei der LBBW stärken will. Das könnte zu Lasten Horns gehen. Konkret soll Vetter darüber nachdenken, seinen engen Vertrauten im Vorstand der LBB, Thomas Veith, ebenfalls zu einem Wechsel Richtung LBBW zu ermuntern. Der 62-jährige Manager ist derzeit stellvertretender LBB-Chef und verantwortet das Finanzressort. Zudem kümmert er sich um die Immobilienfinanzierung und den IT-Bereich. „Von der Sorte gibt es nicht viele“, zollt Vetter seinem Vize großen Respekt. Es ist allerdings die Frage, ob sich Veith diese Herkules-Aufgabe noch einmal selbst aufbürden will.

Relativ frisch in die Nachfolgediskussion wurde erst in diesen Tagen Ex-Postbank-Chef Wolfgang Klein eingeführt, der Know-how eines wichtigen Rivalen der Sparkassen einbringen könnte und der schon einmal auf öffentlich-rechtlichen Pfaden wandelte. Ob ein Nachfolger Vetters bereits am Tag der Hauptversammlung verkündet wird, gilt in Sparkassenkreisen im Moment noch als „sehr ehrgeiziges“ Ziel. Die LBB wünscht sich auf jeden Fall eine schnelle Entscheidung.

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