Neuer LBBW-Chef Neske
„Nicht schlecht“ gilt als Begeisterung

Seit vier Monaten ist Rainer Neske Chef der LBBW. Der frühere Vorstand der Deutschen Bank hat sich in Stuttgart eingelebt und demonstriert bei seinem ersten öffentlichen Auftritt schwäbisches Understatement.
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Stuttgart Das sei jetzt „schwäbisch gemeint“, stellte Rainer Neske gleich zweimal klar. „Zufriedenstellend“ habe sich das wichtige Geschäft mit Unternehmenskunden entwickelt, hatte der Chef der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) zuvor gesagt. Zufriedenstellend als Lob – der Schwabe geht damit gerne sparsam um. „Nicht schlecht“ gilt hier schon als Begeisterung.

Seit November steht Neske, früher Privatkundenchef der Deutschen Bank, an der Spitze der Stuttgarter Landesbank. Am Donnerstag präsentierte er die Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr, in dem wesentlich noch sein Vorgänger Hans-Jörg das Geldhaus geführt hatte – der erste öffentliche Auftritt Neskes.

Dabei musste der neue Chef einen deutlichen Gewinnrückgang verkünden, der sich auch vor allem im im Segment Unternehmen (Corporates) zeigt. Operativ verdiente die LBBW insgesamt im vergangenen Jahr mit etwa 520 Millionen Euro ähnlich viel wie 2015. Doch auf den Firmenwert der Tochter SachsenLB schreibt der Konzern fast 380 Millionen Euro ab. Dabei handelt es sich um eine so genannte Goodwill-Abschreibung. Die lange Phase extrem niedriger Zinsen mache die Vollabschreibung des Goodwills erforderlich, so Neske.

Die Abschreibung fällt in das Segment Unternehmen, wo das Ergebnis dadurch abrutscht. Nach Steuern verdiente der LBBW-Konzern nur elf Millionen Euro. Das liegt auch daran, dass er im Geschäft mit Privatkunden, das über ihre Tochter BW-Bank läuft, sogar einen Verlust hinnehmen musste. Die LBBW baut die BW-Bank gerade um, schließt und modernisiert zum Beispiel Filialen und erneuert die IT.

Gleichwohl will Neske nun vor allem das Geschäft mit Firmenkunden ausbauen und es in bestimmten Branchen verstärken. Angesichts des Hauptsitzes in Baden-Württemberg hat die LBBW besonders viele Kunden in der Autoindustrie und Maschinenbauer – was man als riskant betrachten kann. Es sei eine gewisse Exposition in diesen Branchen, so Neske. „Das ist ein Risiko, dem wir uns stellen. Es ist aber die Aufgabe von Bank, die Kunden im Strukturwandel zu begleiten.“ Parallel beschäftigt sich das Geldhaus damit, in anderen Branchen verstärkt Kunden anzusprechen.

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