Neuer Markt für US-Notierungen: Bats will NYSE und Nasdaq Börsenkandidaten abjagen

Neuer Markt für US-Notierungen
Bats will NYSE und Nasdaq Börsenkandidaten abjagen

Konkurrenz für NYSE und Nasdaq: Die alternative Handelsplattform Bats will den Platzhirschen das Geschäft mit Neuemissionen in den USA streitig machen. Ein entsprechender Markt soll noch 2011 anlaufen.
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Frankfurt/New YorkDie alternative Handelsplattform Bats will den traditionellen Börsen NYSE Euronext und Nasdaq OMX in den USA das Geschäft mit Börseneulingen streitig machen. Bis Jahresende will Bats einen neuen Markt für US-Notierungen schaffen, der den Platzhirschen in diesem Bereich direkte Konkurrenz machen soll.

„Das zielt auf das Brot- und Butter-Geschäft von Nasdaq und NYSE“, sagte Bats-Chef Joe Ratterman in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit Reuters. Die Entwürfe für den neuen Primärmarkt lägen den Regulierungsbehörden bereits vor, der offizielle Antrag solle in Kürze folgen. Schon im vierten Quartal könnte der Startschuss erfolgen, wie das Unternehmen ankündigte.  

Alternative Plattformen wie Bats oder Chi-X, die von einer Gruppe von Investmentbanken und Brokern erschaffen wurden, haben den etablierten Börsenbetreibern in den vergangenen Jahren bereits massiv Marktanteile im Aktienhandel abgenommen. Das ist einer der Gründe, warum eine weltweite Fusionswelle in der Börsenlandschaft ins Rollen gekommen ist.

Neben dem geplanten Zusammenschluss von Deutscher Börse und NYSE Euronext zur weltgrößten Börse für Aktien und Derivate haben unter anderem auch die Londoner LSE und die kanadische TMX Group ihren baldigen Zusammenschluss verkündet. Die Tokioter Börse (TSE) fasst eine Fusion mit der Osaka Securities Exchange (OSE) ins Auge.  

Reiten auf der IPO-Welle

Die Konsolidierung könnte den mit günstigen Gebühren und niedrigen Kosten lockenden Plattformen eine weitere Angriffsfläche bieten. So plant die Nasdaq Kreisen zufolge eine Gegenofferte, um die Fusion von Nyse mit Deutscher Börse zu verhindern. Sollte sie damit Erfolg haben, gäbe es in den USA nur noch eine einzige Möglichkeit für Firmen, ihre Aktien an die Börse zu bringen. „Ich habe von einer Menge Kunden gehört, dass sie sich mit so einem Monopol in den USA nicht wohl fühlen würden“, betonte Ratterman. Die Branche würde dann nach einer „echten Alternative“ verlangen.    

Deshalb geht Ratterman, der mit dem Kauf des Konkurrenten Chi-X Europe selbst auf der Fusionswelle mitschwimmt, schon in Position. Die Zeit sei reif für eine vereinfachte Gebührenstruktur bei Börsennotierungen, sagte er. Der Plan sei aber nicht, die billigste Plattform für Listings zu werden. Auf bestimmte Unternehmensgrößen, Branchen oder Länder, wie zum Beispiel chinesische Firmen die ein US-Listing anstreben, wolle man sich nicht spezialisieren.   

Das Geschäft mit dem Initial Public Offering (IPO) hat im vergangenen Jahr in den Staaten wieder an Schwung gewonnen, nachdem die Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009 für Stillstand gesorgt hatte. Bis Anfang März gab es Börsengänge im Gesamtvolumen von 12,5 Milliarden Dollar - der stärkste Auftakt einer IPO-Saison seit 2000. Ratterman plant bereits weiter: „Wenn wir in den USA positive Erfahrungen machen, wäre eine Expansion nach Europa der nächste logische Schritt.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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