Neues Geschäftsfeld: Finanzinvestor kauft Darag

Neues Geschäftsfeld
Finanzinvestor kauft Darag

Finanzinvestoren entdecken ein neues Geschäftsfeld. Um die Verträge abzuwickeln, übernehmen Sie von Versicherungsgesellschaften Töchter oder Bestände. So auch die Augur Capital AG, die aus dem Spezialversicherer Darag eine Auffanggesellschaft machen will.

DÜSSELDORF. Nach Informationen des Handelsblatts kauft die Augur Capital AG über ihren Luxemburger Spezialfonds Augur Financial Opportunity die Darag Deutsche Versicherungs- und Rückversicherungs-AG. Die Darag ist eine Tochter der Württembergische und Badische Versicherungs-AG, kurz Wüba.

„Für Private Equity Investoren ist das Thema Abwicklung interessant, weil man dabei nicht in direkten Wettbewerb zu etablierten Versicherern tritt“, sagt Thomas Schmitt, geschäftsführender Partner von Augur Capital, dem Handelsblatt. Die Investoren verdienen ausschließlich dadurch, dass sie die übernommenen Vermögenswerte geschickt anlegen.

Der Fonds Augur, hinter dem hauptsächlich Banken und Versicherungen als Investoren stehen, will den früheren Devisenversicherer der DDR zu einer führenden Abwicklungsplattform ausbauen. Das ist eine Art Auffanggesellschaft für stillgelegte Versicherungen. Die Darag ist 2007 selbst stillgelegt worden. Das aktive Geschäft hat die Wüba damals übernommen.

Hintergrund ist, dass Versicherungen nicht ohne weiteres schließen können. Den Kunden stehen etwa aus einer Haftpflichtpolice noch Jahre lang Entschädigungszahlungen zu. Deshalb werden solche Bestände entweder an die Konkurrenz verkauft oder müssen abgewickelt werden, quasi bis der Vertrag des letzten Kunden augelaufen und ausgezahlt ist. Die bisher größte Abwicklung (Run-off) war die in den 90-er Jahren geschlossene Globale Rückversicherung des Gerling Konzerns, einst fünftgrößter Rückversicherer der Welt.

So paradox es sich anhört: Versicherungsbestände stillzulegen, hat im Zuge der in der EU geplanten Eigenkapitalvorschriften Solvency II Zukunft. Die Versicherer forsten bereits ihre Bestände durch und trennen sich zunehmend von Geschäften, die wenig Volumen haben und viel Eigenkapital binden. Die Wüba hat ähnliche Gründe: „Der Verkauf ist eine attraktive Gelegenheit, die Anlagestruktur zu optimieren und die Komplexität zu verringern“, sagt Wüba-Chef Wilfried Krauth.

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