Neues Gesetz
Privatbanken wollen keine US-Millionäre

Mit einen neuen Gesetz will die US-Regierung Steuerhinterziehung verhindern. Dadurch steigen die Kosten für Banken im Ausland. Deshalb wollen Deutsche Bank, HSBC und Co. keine Kunden aus den USA.
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Amerikanische Millionäre wollen wir nicht. Diese Aussage kommt von einigen der weltgrößten Vermögensverwalter. Deutsche Bank AG, HSBC Holdings Plc, Bank of Singapore Ltd. und DBS Group Holdings Ltd. sagen alle, dass sie Geschäfte mit vermögenden US-Kunden zurückgewiesen haben. Hintergrund sind neue Gesetze, die ab dem 1. Januar 2013 schrittweise in Kraft treten sollen und die Kosten für die Institute enorm erhöhen.

“Ich mache keine US-Konten auf, und damit Schluss”, sagt Su Shan Tan, Leiterin Privatbanking bei DBS in Singapur, dem größten Kreditinstitut in Südostasien. Sie beschreibt die Behandlung der US-Kunden durch die amerikanischen Aufsichtsbehörden als “drakonisch”.

Die Regierung in Washington will mit dem 2010 beschlossenen “Foreign Account Tax Compliance Act” (Fatca) die Steuerhinterziehung von US-Bürgern verhindern. Das Gesetz verpflichtet Vermögensverwalter mit Sitz außerhalb der USA, Informationen über Einkommen und Zinszahlungen ihrer amerikanischen Kunden zu sammeln und weiterzugeben. Dadurch steigen die Compliance-Kosten für die Banken, während die Investment-Optionen für die Kunden gleichzeitig sinken. Insgesamt werden dadurch die Möglichkeiten der Banken reduziert, Gewinne mit US-Bürgern zu erzielen.

“Langfristig bedeutet es eine Benachteiligung, wenn Amerikaner immer weniger Gelegenheiten haben, im Ausland zu investieren”, sagt Marc Faber, der Fondsmanager und Herausgeber des Börsenbriefs “Gloom, Boom and Doom”, in Singapur.

Das fast 400 Seiten starke Gesetzeswerk, das von der Steuerbehörde Internal Revenue Service (IRS) im Februar vorgestellt wurde, schafft “unnötige Belastungen und Kosten”, kritisieren auch die beiden Bankenverbände “Institute of International Bankers” und “European Banking Federation” in einem gemeinsamen Brief vom 30. April an die IRS. Insgesamt sind mehr als 200 solcher Beschwerden bei der Behörde eingegangen. Am 15. Mai soll eine Anhörung dazu stattfinden. Die IRS kann beeinflussen, wie und wann einige Aspekte der Regeln eingeführt werden, das Gesetz insgesamt kann sie jedoch nicht aufheben.

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