Nicht zukunftsfest Private Versicherer kritisieren Pflegereform

Die private Krankenversicherung glaubt nicht an die Pflegereform der großen Koalition: Der Umfang der Mittel reiche nicht, die Kapitalreserve sei nicht sicher vor politischer Zweckentfremdung.
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Das Bundeskabinett hatte vergangene Woche die erste Stufe der Pflegereform auf den Weg gebracht. Sie sieht eine Ausweitung der Leistungen und höhere Beiträge vor. Quelle: dapd

Das Bundeskabinett hatte vergangene Woche die erste Stufe der Pflegereform auf den Weg gebracht. Sie sieht eine Ausweitung der Leistungen und höhere Beiträge vor.

(Foto: dapd)

BerlinDie private Krankenversicherung (PKV) hält die Pflegereform der großen Koalition nicht für zukunftsfest. Der geplante Vorsorgefonds, in den ab 2015 pro Jahr 1,2 Milliarden Euro an Beitragsgeldern fließen sollen, werde das Finanzproblem der gesetzlichen Pflegeversicherung nicht lösen, sagte der Vorsitzende des PKV-Verbands, Uwe Laue, am Mittwoch bei einer Tagung in Berlin. Der angepeilte Umfang der Mittel sei unzureichend, zudem sei die Kapitalreserve niemals sicher vor einer politischen Zweckentfremdung, auch wenn sie von der Bundesbank verwaltet werde soll. Kapital dürfe ausschließlich in privater Hand angespart werden, forderte Laue.

Der Fonds soll ab dem Jahr 2035 die Beitragssätze dämpfen, wenn die geburtenstarken Jahrgänge ins Pflegealter kommen. Die privaten Krankenversicherer verweisen in diesem Zusammenhang auf ihre eigene Pflege-Reserve, die sich inzwischen auf 26 Milliarden Euro summiere. Notwendig sei eine stärkere kapitalgedeckte Vorsorge, betonte Laue.

Auch die geplante Erhöhung und regelmäßige Anpassung der Pflegeleistungen kritisiert der Verband. Die Dynamisierung sei zwar notwendig, das Finanzierungsproblem im Zuge der Alterung der Gesellschaft werde dadurch aber verschärft. Die Verschuldung auf Kosten kommender Generationen erhöhe sich.

Das Bundeskabinett hatte vergangene Woche die erste Stufe der Pflegereform auf den Weg gebracht. Sie sieht eine Ausweitung der Leistungen und höhere Beiträge vor.

In diesen Krankenkassen sterben die Kunden weg
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So viele Kassenmitglieder wie nie zuvor

Anfang Februar veröffentlichte das Gesundheitsministerium die Mitglieder- und Versichertenzahlen für 2013. Die Gesetzliche Krankenversicherung verfügte danach über insgesamt 52,557 Millionen zahlende Mitglieder – zum Stichtag 1. Januar 2014. Das sei ein neuer Jahresanfangsrekord, wie die Redaktion des Branchendienstes dfg herausfand. Noch nie seien so viele Bürger Mitglied einer Krankenkasse gewesen. „Die anhaltend gute konjunkturelle Lage machte es möglich“, kommentiert der Dienst für Gesellschaftspolitik (dfg).

Mehr zum Thema Krankenversicherung und wie sie als Privatpatient zurück in die gesetzliche Krankenkasse wechseln können, lesen Sie in unserem Ratgeber, als Download erhältlich im Kaufhaus der Weltwirtschaft.

Tag des Kinderhospizes
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Vielen Kassen fehlen die Kunden

Die GKV hat zwar rund 387.000 Mitglieder mehr als vor einem Jahr. Doch an diesem positiven Trend haben längst nicht alle Krankenkassen teilgehabt. Knapp die Hälfte davon musste auf Jahressicht einen Mitgliederrückgang hinnehmen. Der Hauptgrund dafür ist die Sterberate. Um diese natürliche Fluktuation auszugleichen, gehen alle Kassen auf Mitgliedersuche. Doch nicht jedes Institut ist dabei erfolgreich.

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Eine Kasse reißt die IKK raus
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Fotoquelle: Screenshot der Internetseite

2 BKK Phoenix
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BKK Phoenix
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Fotoquelle: Screenshot der Internetseite

3 BKK Medicus
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BKK Medicus

Die BKK Medicus honoriert gesunde Lebensweise mit bis zu 200 Euro Bonus pro Kalenderjahr. Sogar Kinder und Jugendliche profitierten von dem neuen BKK Bonusprogramm mit bis zu 100 Euro, stellt das Institut heraus.

 

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Fotoquelle: Screenshot der Internetseite

Laue kündigte an, die PKV werde zur Verbesserung ihrer Leistungen innerhalb eines Unternehmens Versicherten künftig ausreichend alternative Tarife zur Verfügung stellen. Durch eine Reform der Kalkulationsgrundlagen sollten abrupte Beitragssprünge vermieden werden.

Die aktuelle Niedrigzinsphase ist nach Ansicht Laues kein Argument gegen die Kapitaldeckung in der PKV. "Selbst bei einem Zins von Null ist ein System mit Altersrückstellungen nachhaltiger und generationengerechter als ein System ohne finanzielle Vorsorge." Die Altersrückstellungen beliefen sich auf rund 190 Milliarden Euro.

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