Niederländische Bank
ABN Amro leidet unter faulen Krediten

Der Gewinn der verstaatlichten Bank ABN Amro ist gesunken. Grund dafür sind Rückstellungen für faule Kredite. Diese könnten weiter steigen, warnt der Bankenchef. Die Regierung plant indes die ABN an die Börse zu bringen.
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AmsterdamDer Preisverfall niederländischer Immobilien kommt der verstaatlichten ABN Amro teuer zu stehen. Der Nettogewinn ging im zweiten Quartal verglichen zum Jahresauftakt um drei Prozent auf 402 Millionen Euro zurück, wie das Institut am Freitag mitteilte.

Grund dafür sind höhere Rückstellungen für faule Kredite, die um 292 Millionen Euro gestiegen sind. „Wir sind besonders von der niederländischen Wirtschaft abhängig und bekommen damit die Rezession zu spüren, das erfordert deutlich höhere Rückstellungen“, sagte Bankenchef Gerrit Zalm am Freitag. Da das Land derzeit in der Rezession steckt, könnten die faulen Kredite noch weiter steigen, warnte er.

Die niederländische Regierung hatte das Institut 2008 mit 30 Milliarden Euro vor der Pleite gerettet, nachdem die Royal Bank of Scotland sich bei der Übernahme von ABN Amro verhoben hatte und selbst Staatshilfe benötigte. Es wird damit gerechnet, dass sie nun ihre Pläne vorantreibt, ABN Amro an die Börse zu bringen. Finanzminister Jeroen Dijesselbloem will seine Pläne dazu noch am Freitag vorstellen. Experten gehen davon aus, dass die Regierung beim Ausstieg einen Verlust hinnehmen muss.

Der Marktwert der Bank liege derzeit bei elf bis zwölf Milliarden Euro, sagte Nico van Geest von Keijser Capital. In Deutschland ist ABN Amro seit einiger Zeit wieder stärker aktiv und wird vor allem im Mittelstandsgeschäft wahrgenommen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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