Niedrige Zinsen
Ost-Sparkassen büßen Gewinn ein

Trotz Gewinneinbußen sind die ostdeutschen Sparkassen mit dem ersten Halbjahr zufrieden. Die anhaltende Niedrigzinsphase könne aber in wenigen Jahren zu einer echten Belastung für die Sparkassen werden, warnen Experten.
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BerlinDie niedrigen Zinsen drücken auf den Gewinn der ostdeutschen Sparkassen und schieben zugleich die Kreditvergabe an. Das Betriebsergebnis vor Bewertungseffekten dürfte 2015 um fast fünf Prozent auf 1,18 Milliarden Euro sinken, teilte der Dachverband OSV am Dienstag zur Vorlage der Halbjahreszahlen mit. Allerdings fällt diese entscheidende Kennziffer für das operative Geschäft letztlich meist besser aus, da die Sparkassen traditionell sehr konservative Prognosen abgeben.

OSV-Präsident Michael Ermrich sprach von einem insgesamt erfolgreichen Geschäft der 45 Institute. Es bleibe aber das Problem, „dass die anhaltende Niedrigzinshase schon in wenigen Jahren zu einer echten Belastung für die Sparkassen werden kann“. OSV-Geschäftsführer Wolfgang Zender ergänzte: „Ab 2017 sehen wir erhebliche Ertragseinbrüche.“

Deshalb seien die Sparkassen bemüht, im ländlichen Raum Kosten zu sparen, ohne Filialen zu schließen. Ziel sei es, die Zusammenarbeit im Sparkassenlager zu verstärken und Abläufe zu verbessern. Damit könnte man laut OSV die Kosten um rund 20 Prozent drücken.

Wegen der niedrigen Zinsen fragten die Sparkassenkunden in den ersten sechs Monaten verstärkt Kredite nach, um in ein Unternehmen oder Eigenheim zu investieren. So stiegen die bewilligten Wohnungsbaudarlehen binnen Jahresfrist um knapp 40 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Das gesamte Kreditvolumen kletterte um zwei Prozent auf 44,3 Milliarden Euro.

Fast doppelt so hoch liegen die Kundeneinlagen, die mit 90,5 Milliarden Euro einen Rekordstand erreichten.

Der Ostdeutsche Sparkassenverband (OSV) vertritt die Interessen der Sparkassen aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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