Niedriges Zinsniveau
LBBW blickt verhalten in die Zukunft

Es wird ein schwieriges Jahr – das erwartet der Chef der baden-württembergischen Landesbank. Man erwarte zwar, eine positive Bilanz vorzulegen, aber die Erwartungen müssten dennoch gedämpft werden.
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StuttgartDeutschlands größte Landesbank LBBW blickt nach einem Gewinnsprung im vergangenen Jahr vorsichtiger in die Zukunft. „Für den weiteren Verlauf des Jahres rechnen wir mit einem komplizierten Umfeld“, sagte LBBW-Chef Hans-Jörg Vetter am Montag in Stuttgart.

Das erste Quartal werde hinter dem Vorjahr zurückbleiben. Grund dafür sei auch das niedrige Zinsniveau. Hinzugekommen seien Verluste beim Abbau von Risiken. Eine konkrete Prognose für 2013 wollte Vetter noch nicht abgeben. Das Ergebnis soll aber wieder positiv ausfallen. 2012 hatte die LBBW 398 Millionen Euro Gewinn gemacht - nachdem sie 2011 mit 66 Millionen Euro erstmals seit drei Jahren wieder schwarze Zahlen geschrieben hatte.

Ende 2009 hatte die EU-Kommission milliardenschwere Hilfen durch die Eigner Land, Sparkassenverband und Stadt Stuttgart für die finanziell angeschlagene LBBW gebilligt - im Gegenzug musste sich das Geldhaus auf sein Geschäft in der Region konzentrieren.

Sorgen bereitet dem Institut „die Flut neuer Regulierungen“ in Folge der Finanzkrise. „Die Kreditwirtschaft kommt kaum noch hinterher mit der Umsetzung der unzähligen Vorschriften“, sagte Vetter. „Wenn die Banken zu sehr belastetet werden, kann das auch der Realwirtschaft schaden - nämlich dann, wenn die Institute nicht mehr genügend Mittel bereitstellen können, um die Kreditnachfrage der heimischen Wirtschaft zu befriedigen.“

Indessen zieht die LBBW Konsequenzen aus dem Fall des Leuchtenherstellers Hess, den das Institut im vergangenen Oktober an die Börse begleitet hatte. Das Unternehmen hatte Mitte Januar Insolvenz angemeldet. Den Vorständen Christoph Hess und Peter Ziegler wird vorgeworfen, vor dem Börsengang des Unternehmens Bilanzen gefälscht zu haben. Vetter: „Wir gehen davon aus, dass wir nur noch Kunden an die Börse begleiten werden, bei denen wir Hausbank sind.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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