Niedrigzinsen
Warum die Sparkassen sparen sollen

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Nur wenige Regionalbanken seien ausreichend produktiv.

Und solche Kündigungen wären auch schwer vermittelbar. Schließlich haben die Sparkassen im vergangenen Jahr zwei Milliarden Euro nach Steuern verdient, bei den Volks- und Raiffeisenbanken waren es 1,7 Milliarden Euro. Die Kosten drückten beide Finanzgruppen dabei nur leicht. Ein deutlicher Rückgang war aus Sicht des BVR auch deshalb nicht möglich, weil die Banken mehr für die verstärkte Regulierung der Branche aufwenden müssen.

Laut der Confidum-Studie müssten die Geldhäuser dennoch kräftig sparen. Die Autoren berufen sich bei ihrer Analyse auf eine spezielle Kennzahl, mit der sich die bilanzielle Kosteneffizienz abbilden lässt. Diese Größe halten sie für geeigneter als das Kosten-Ertrags-Verhältnis, das häufig als ein wichtiges Kriterium für die Verfassung einer Bank verwendet wird.

Die sogenannte Cost-Efficiency-Ratio misst das Verhältnis von Betriebsaufwendungen zum Kundengeschäftsvolumen, das sich unter anderem aus Kundenforderungen, Kundenverbindlichkeiten, Kundenwertpapieren in eigener und fremder Verwahrung, aber auch aus Bauspareinlagen und Krediten zusammensetzt. Die Kennzahl gebe Aufschluss über die Produktivität des Kundengeschäfts, erläutert Confidum.

Die Confidum-Berechnungen ergeben, dass die Kennzahl bei den Volks- und Raiffeisenbanken zuletzt im Schnitt 142 Basispunkte betrug und bei den Sparkassen 129 Basispunkte. Sie meinen aber, die Kennzahl dürfte nicht über dem Wert von 110 Basispunkten liegen, damit die Geldhäuser auf Dauer überleben. Derzeit würden nur 119 Sparkassen sowie Genossenschaftsbanken diese Vorgabe erreichen.

Die Geldhäuser wissen um die Herausforderungen. Der BVR nutzt selbst auch das Kosten-Effizienz-Verhältnis – neben einer Vielzahl anderer Vergleichs- und Orientierungsdaten, wie ein Sprecher des Verbandes sagt. Die Kennzahl hat dem BVR zufolge aber auch Schwächen. Zudem hält er die Confidum-Simulationen zu notwendigen Kosteneinsparungen für stark mit Annahmen behaftet. Die Studienautoren verteidigen indes ihren Ansatz.

Auch der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) verwendet Kennzahlen aus der Studie bereits seit langem selbst, wie er mitteilt. Und zeigt sich selbstbewusst: „Auch ohne Beratungsunternehmen wissen der DSGV, die Regionalverbände und erst recht die Institute vor Ort sehr genau, was zu tun ist, und ergreifen die entsprechenden Maßnahmen.“

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