Norbert Walter-Borjans Bundesländer wollen an Geld auf herrenlosen Konten

Nach dem Tod eines Angehörigen erben Hinterbliebene oft Geld. Doch was, wenn es keine Erben gibt oder die nichts von Opas Konto wissen? An diesen herrenlosen Konten haben nun auch die Bundesländer Interesse.
Der NRW-Finanzminister kritisiert die Banken. Quelle: dpa
Norbert Walter-Borjans

Der NRW-Finanzminister kritisiert die Banken.

(Foto: dpa)

BerlinAuf herrenlosen Konten bei Sparkassen und Banken liegen Schätzungen zufolge zig Millionen Euro. Dafür interessieren sich nun auch die Bundesländer. „Es kann nicht sein, dass Banken Geld bunkern, das ihnen nicht zusteht“, sagte NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Das Geld stehe den Sparern und ihren Erben zu - und wenn es keine Erben gebe, der Allgemeinheit.

Bei dem Geld handelt es sich um Vermögen, auf das nach vielen Jahren niemand mehr Ansprüche anmeldet. Häufig sind die Besitzer der Konten verstorben - entweder gibt es keine Erben oder diese wissen nichts von dem Geld. „Soweit das Kreditinstitut keine Kenntnis über den Tod oder die Erben des Kontoinhabers hat, muss es das Kundenkonto nach bisheriger Rechtslage aber fortführen“, erklärte ein Sprecher des Niedersächsischen Finanzministeriums der Deutschen Presse-Agentur.

Wo das Leben am gesündesten ist
Platz 10: Postleitzahlgebiet 92
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Beschaulich sieht die Innenstadt der ostbayerischen Gemeinde Amberg aus. Doch nicht nur mit gutgepflegten historischen Bauten kann die Stadt glänzen: Laut einer Erhebung der Bausparkasse Mainz (BKM) gehören Amberg und Umgebung zu den deutschen Regionen mit der höchsten Wohngesundheit. Um diese zu messen, hat die BKM die Gesundheitsfaktoren verschiedener Postleitzahlgebiete miteinander verglichen – darunter die Feinstaub-Belastung, Grundwasser- und Lichtverschmutzung sowie Lärm und Hochwassergefahr. Im Ranking erzielt das PLZ-Gebiet 92 so den zehnten Platz von 95.

Für die Studie wurden verschiedene öffentlich zugängliche Umweltdaten zusammengefasst etwa von Umweltbundesamt, Roland-Koch-Institut oder dem Bundesamt für Kartographie und Geodäsie. Die Bausparkasse Mainz hat die einzelne Faktoren dann gewichtet und so ein Gesamtergebnis für die Gesundheitsqualität erstellt. Innerhalb der einzelnen Regionen können die Belastungen natürlich unterschiedlich hoch sein.

Platz 9: Postleitzahlgebiet 74
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Auch Schwäbisch-Hall im fränkischen Teil Baden-Württembergs zeichnet sich durch eine hohe Dichte an historischen Gebäuden aus. Ob ein Zusammenhang zur Wohngesundheit besteht? Im BKM-Ranking erzielt die Region, zu der auch Heilbronn und Sinsheim gehören, den neunten Platz. Allein bei der Anzahl der Tage mit überschrittenem Ozonwert kann die Postleitzahl-Region um den Ort nicht glänzen.

Platz 8: Postleitzahlgebiet 14
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Bei sommerlichen Temperaturen lässt es sich auf dem Templiner See nahe Potsdam gut schippern. Das scheint sich auch auf das Leben der dortigen Bewohner auszuwirken: Mit guten Werten landet das Umland der brandenburgischen Landeshauptstadt auf einem soliden achten Platz im Ranking. Für verbesserungswürdig hielten die Tester lediglich die Lichtverschmutzung.

Platz 7: Postleitzahlgebiet 29
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Herzlich willkommen in Uelzen! Der mitteldeutsche Norden scheint seinen Bewohnern gut zu tun. Abgesehen von vereinzelten Grundwasserproblemen – die Landwirtschaft lässt grüßen – wirkt sich das Leben im Postleitzahlgebiet 29 positiv auf die Bewohner von Städten wie Dannenberg, Celle oder Salzwedel aus. Dafür gibt’s im Ranking Platz 7.

Platz 6: Postleitzahlgebiet 34
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Die Aussicht auf die Burg im Unesco-Weltkulturerbe Bergpark Wilhelmshöhe nahe Kassel lädt zum Wandern ein. Kein Wunder, dass hier die Wohngesundheit besonders hoch ist. Trotz Schwierigkeiten mit der Lichtverschmutzung erzielt die Region um Kassel, Warburg und Fritzlar den sechsten Platz im Ranking.

Platz 5: Postleitzahlgebiet 37
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2013 wurde der Bahnhof in Göttingen zum „Bahnhof des Jahres“ gewählt, heute glänzt die Stadt – als Teil des Postleitzahlgebiets 37 – mit hoher Wohnqualität. Das liegt auch an einer besonders niedrigen Feinstaub-Belastung. Die BKM belohnt das mit dem fünften Platz im Ranking.

Platz 4: Postleitzahlgebiet 16
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Der Blick über den Ruppiner See auf die Klosterkirche von Neuruppin in Brandenburg dürfte so manchen Bewohner zu einer kleinen Schwimmübung animieren. Kein Problem: Wer so gesund lebt wie die Menschen im Postleitzahlgebiet 16, schafft die Seedurchquerung mit links. Auch wenn die Lichtverschmutzung der Region laut der Untersuchung verbesserungswürdig ist.

Viele Bundesländer verfügen über keine Datengrundlage, um die Zahl der unbewegten Konten zu ermitteln. Der NRW-Finanzminister will ein zentrales Register für diese Konten einführen. Walter-Borjans kündigte an, er werde „mit den anderen Ländern darauf pochen, dass die Sparer und ihre Erben zu ihrem Recht kommen.“ Ist kein Erbe zu ermitteln, erbt der Staat.

Das Finanzministerium in Baden-Württemberg hatte bei einigen Banken eine anonymisierte Abfrage zu ungenutzten Konten gestartet. Das Ergebnis: Es gehe um „beachtliche Guthaben“ - in Baden-Württemberg schätzungsweise um 16 Millionen Euro. Eine erste Länder-Arbeitsgruppe der Finanzminister mit dem Titel „Unbewegte Konten“ war im Herbst 2013 eingerichtet worden. Sie konnte das Problem nicht lösen.

  • dpa
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