NordLB
Bremer Landesbank könnte komplett übernommen werden

Die kleine Bremer Landesbank ringt um ihre Zukunft: Sie braucht frisches Geld. Doch das ist nicht so einfach – nun will die NordLB sie komplett übernehmen.

Bremen/HannoverDie Tage einer völlig selbständigen Bremer Landesbank (BLB) könnten gezählt sein. Denn es zeichnet sich ab, dass die Landesbank ihre schwierige wirtschaftliche Lage nicht allein aus eigener Kraft meistern kann. Die BLB gehört zu 55 Prozent der NordLB in Niedersachsen, zu 41 Prozent dem Land Bremen und zu vier Prozent den niedersächsischen Sparkassen. Nach Informationen des Handelsblatts aus Finanzkreisen finden Gespräche auf Trägerebene statt. Der Ausgang sei zwar noch offen, aber als wahrscheinliche Variante gilt eine vollständige Übernahme.

Für besondere Belastungen sorgen bei der BLB derzeit die Schiffskredite. Die Schiffsbranche steckt im achten Krisenjahr, ein Ende ist noch nicht in Sicht. Bei der Bilanzpressekonferenz im April sorgte der BLB-Vorstand schon mal vor. Ein Verlust für 2016 könne nicht ausgeschlossen werden. In einer ad hoc-Meldung vor wenigen Tagen hieß es nun, dass auf das Schiffskreditportfolio eine Abschreibung in hoher dreistelliger Millionenhöhe nötig sein werde. „Wir gehen davon aus, dass sich aus dem unerwartet hohen Wertberichtigungsbedarf zum Jahresende voraussichtlich ein Verlust in Höhe eines mittleren dreistelligen Millionenbetrags ergibt“, so eine Sprecherin.

Maßnahmen zur Stärkung des Eigenkapitals der BLB seien eingeleitet, hieß es ergänzend. Die Bank könnte wie in der Vergangenheit Anleihen emittieren, die Eigenkapitalcharakter haben. Auch synthetische Verbriefungen sind denkbar, durch die das Eigenkapital entlastet werden kann. Doch diese Maßnahmen dürften nicht ausreichen.

Alternativ wären Kapitalmaßnahmen der Träger vorstellbar. Doch Bremen gilt als klamm. Zudem könnte eine Kapitalspritze seitens des Landes ein Beihilfeverfahren der EU-Kommission auslösen.

Für die NordLB wäre es hingegen kein Problem, die BLB vollständig in den Konzernverbund zu integrieren. „Diese Variante wird durchgespielt“, hieß es. Die NordLB leidet zwar auch unter der anhaltenden Schiffskrise und erwartet in diesem Jahr einen Verlust, ist aber kapitalmäßig stärker aufgestellt. Am Ende einer Einigung könnte ein Ergebnis- und Abführungsvertrag mit der BLB stehen. Die Bank würde mit ihrem Markennamen erhalten bleiben, doch die Risikosteuerung würde künftig in Hannover erfolgen.

Offiziell will sich keine der Parteien zu dem Thema äußern, weil es emotional aufgeladen ist. Die Bremer haben schon in der Vergangenheit viel Wert auf Selbstständigkeit gelegt, obwohl bereits seit 1937 ein Verbund beider Banken besteht und die BLB seit dem Staatsvertrag 1983 Teil des Konzernverbunds der NordLB ist. Obwohl in Niedersachsen und Bremen rot-grüne Koalitionen reagieren, gelten die Gespräche als schwierig.

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