NordLB-Chef
„Landesbanken für Stresstest gerüstet“

Der Stresstest der Europäischen Zentralbank treibt die Finanzbranche um. Die Landesbanken sind aber nach Einschätzung ihres Verbandspräsidenten Gunter Dunkel gerüstet: Er glaubt nicht, dass sie frisches Kapital brauchen.
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FrankfurtDer Präsident des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB), Gunter Dunkel, sieht die Landesbanken für den Stresstest der Europäischen Zentralbank gerüstet. „Ich kann einschätzen, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass Kapitalbedarf besteht. Und die ist sehr gering“, sagte Dunkel, in Personalunion auch Vorstandschef der NordLB, in einem Gespräch mit dem Handelsblatt (Mittwochausgabe). Die Landesbanken hätten seit Ausbruch der Finanzkrise ihre Bilanzsumme um 725 Milliarden Euro oder über 40 Prozent reduziert und auf diese Weise auch Kapital frei gesetzt.

Dunkel hält den Stresstest, mit dem die EZB die größten Institute der EU auf Herz und Nieren prüfen will, für „hart“. Die Stressszenarien seien „auf jeden Fall am oberen Ende dessen, was wir erwarten durften und erwartet haben“. Zudem habe den Verband überrascht, „wie wenig Zeit man hat, um bei Bedarf frisches Kapital zu mobilisieren“. Der Stresstest simuliere eine Entwicklung für die nächsten beiden Jahre, aber es stünden nur maximal neun Monate zur Verfügung, um Kapitallücken zu schließen.

Allerdings gehe er davon aus, dass jede der vom Stresstest betroffenen Institute in Europa einen „Plan B“ in der Tasche habe. Sollten sich Kapitallücken offenbaren, werde das kein Auslöser für die nächste Finanzkrise sein. Es fänden zudem laufend Kapitalmaßnahmen in Europa im Vorgriff auf die Prüfung statt. Die Risikoaufschläge seien deutlich reduziert und die Märkte aufnahmefähig. „Würde man mit einer Krise rechnen, sähe das sicher ganz anders aus“, glaubt Dunkel.

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