NordLB
Landesbank baut Gewinn kräftig aus

Die NordLB hat ihren Gewinn dank einer leichten Entspannung der Schiffskrise und Beteiligungsverkäufen kräftig ausgebaut. Doch das Institut warnt vor hohen Belastungen durch die Schiffskredite.

FrankfurtDas Vorsteuerergebnis der Norddeutschen Landesbank schoss in den ersten neun Monaten um über 70 Prozent auf 630 Millionen Euro nach oben. Damit verdienten die Hannoveraner deutlich mehr als alle anderen Landesbanken. NordLB-Chef Gunter Dunkel warnte bei der Verkündung der Zahlen am Donnerstag allerdings vor Euphorie. Er rechne auch in den kommenden Monaten mit hohen Belastungen durch Schiffskredite, sagte der Österreicher. "Insgesamt wird das vierte Quartal schwieriger werden."

Die Schifffahrtsbranche, an die das Geldhaus gut 18 Milliarden Euro verliehen hat, steckt wegen Überkapazitäten seit Jahren in einer tiefen Krise. Von Januar bis Ende September musste die NordLB allerdings weniger Geld für ausfallgefährdete Kredite zurücklegen und reduzierte ihren Verlust in dem Sektor auf knapp 100 Millionen Euro. "Auch wenn sich die Entwicklung bei der Risikovorsorge zuletzt etwas entspannt hat, ist es nach wie vor zu früh, das Ende der Schifffahrtskrise auszurufen", sagte Dunkel. Bei Containerschiffen und Schüttgutfrachtern sind die Aussichten wegen des schwächeren Wachstums in China weiter mau. Die Nachfrage nach Tankern ist dagegen hoch.

Für den kräftigen Gewinnsprung der NordLB waren auch eine Reihe von Sondereffekten verantwortlich. Dazu zählen der Verkauf des Depotgeschäfts an die LBBW sowie die Veräußerung einer Beteiligung an der Kreditkarten-Firma EKS an den Branchenverband DSGV. Zudem verbuchte die Immobilientochter Deutsche Hypo Extra-Einnahmen und der Wert von Derivaten zur Absicherung von Währungsrisiken stieg an. Das Ergebnis der ersten neun Monate könne somit nicht auf das Gesamtjahr hochgerechnet werden, erklärte die Bank. Nichtsdestotrotz werde der Vorsteuergewinn von 2014 in Höhe von 267 Millionen Euro in diesem Jahr deutlich übertroffen.

Die harte Kernkapitalquote der NordLB bei voller Umsetzung der schärferen Basel-III-Regeln kletterte bis Ende September auf 10,6 Prozent. Die Bank steht damit allerdings immer noch schwächer da als ihre Konkurrenten Helaba, BayernLB und LBBW. Die NordLB-Tochter Bremer Landesbank hat ihren Sicherheitspuffer zudem durch die Platzierung einer neuartigen Anleihe (AT-1) in Höhe von 50 Millionen Euro gestärkt. Diese wird herabgeschrieben, falls die harte Kernkapitalquote der Bremer unter 5,125 Prozent fallen sollte. Die NordLB wollte im Frühjahr eigentlich auch auf Konzernebene eine 500 Millionen Dollar schwere AT-1-Anleihe begeben, die Platzierung verzögert sich nach Angaben der Bank aber wegen der Schwankungen an den Bondmärkten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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