Notenbanken an der Börse
Warum Athen Zürich auf dem Parkett schlägt

Griechische Banken stehen nicht gerade im Ruf, besonders solide Geldanlage zu sein. Eher müssen sie gerettet werden. Ganz anders die griechische Zentralbank. Bei ihren Aktien greifen die Anleger gerne zu.

Wenn in diesen Tagen das Thema griechische Banken aufkommt, geht es in der Regel um zu dünne Kapitaldecken und Rettungsgelder, nicht um Börsenerfolge. Anders sieht es bei der griechischen Zentralbank aus: Mit einem Kursgewinn von 6,6 Prozent seit Beginn des Jahres konnte sich die griechische Notenbank dem Trend am Aktienmarkt entziehen, der fast 19 Mrd. Dollar an Wert einbüßte.

„Glauben Sie es oder nicht, die Bank of Greece ist eine der solidesten und zuverlässigsten Aktien an der griechischen Börse”, sagt Stavros Kallinos, Chef-Vermögensverwalter bei Guardian Trust in Athen. „Die Krisenphase mal ausgenommen, war Bank of Greece schon immer ein sicherer Weg an den griechischen Aktienmarkt. Es gibt nicht viele Aktien an der Börse Athen mit solch einer hohen Dividendenrendite. Die Anleger sind vor allem langfristig orientierte griechische Staatsbürger.”

Die Zentralbank kommt auf einen Wert von etwa 194 Millionen Euro und hat rund 19.000 Aktionäre. Der Staat kontrolliert etwa 8,9 Prozent der Anteilsscheine. Sie gehört zu einer Handvoll Notenbanken, die an den globalen Börsen gehandelt werden. Und sie schlägt sich besser als die anderen aus der Schweiz, Japan und Belgien – und das, obwohl der Athener Leitindex ASE in diesem Jahr um zwölf Prozent eingebrochen ist.

Die Aktien der griechischen Notenbank hingegen haben sich seit August um 28 Prozent erholt. In dem Monat hatten die Anteile auf dem niedrigsten Kurs seit 1992 notiert, nachdem der Markt nach einer fünfwöchigen Schließung wieder eröffnet hatte. Damit schlugen die Zentralbank-Anteile die Börse Athen, die um 8,9 Prozent zulegte.

Nachdem das Vertrauen in das Land allmählich wieder zurückkehrt, sind die Einlagen bei den Finanzhäusern den zweiten Monat in Folge gestiegen. Außerdem wird kommende Woche das Ergebnis des Banken-Stresstests einen geringeren Kapitalbedarf als erwartet aufzeigen, sagte ein Vertreter der griechischen Notenbank, der anonym bleiben wollte.

Die Titel der griechischen Zentralbank, die 1927 gegründet und drei Jahre später an der Börse Athen notiert wurde, haben von ihrem Hoch im Jahr 2006 aus 90 Prozent verloren. Trotzdem ist ihre Dividendenrendite mit 6,9 Prozent etwa drei Mal so hoch wie beim ASE. Das ist beinahe so hoch wie die Rendite zweijähriger Staatsanleihen des Landes. Der Spread zwischen ihnen hat sich seit dem Sommer angenähert, als Spekulationen um einen Austritt des Landes aus dem Euroraum verstummten.

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Die Aktien sind zwar profitabel, aber illiquide

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