Nur 45-50 Milliarden Euro KfW benötigt 2005 geringeres Refinanzierungsvolumen

Wegen der schleppenden Konjunktur in Deutschland will die staatliche Förderbank KfW in diesem Jahr weniger Mittel am Kapitalmarkt aufnehmen als ursprünglich geplant.

HB LONDON. „Unsere Analyse hat ergeben, dass sich das diesjährige Refinanzierungsvolumen aus heutiger Sicht auf rund 45 bis 50 Mrd. € belaufen wird - im Dezember 2004 waren wir von 50 bis 55 Mrd. € ausgegangen“, sagte KfW-Vorstandschef Hans Reich am Mittwoch in London. Bis Ende Juni habe die Bank 28,7 Mrd. € an den internationalen Finanzmärkten aufgenommen. Im vergangenen Jahr waren es gut 52 Mrd. €.

Reich erklärte den niedrigeren Refinanzierungsbedarf mit der geringeren Ausübung von Kündigungsrechten bei KfW-Anleihen. Zudem entwickle sich die deutsche Wirtschaft verhalten, was die KfW am vergleichsweise niedrigen Volumen an Kreditneuzusagen spüre. „Wie schon im ersten Quartal zeichnen sich auch für das zweite Quartal beim inländischen Kreditgeschäft stagnierende Zusagezahlen ab“, sagte Reich. Im weiteren Jahresverlauf will die KfW noch mindestens eine so genannte Benchmark-Anleihe in Euro und Dollar begeben. Diese Anleihen haben nach KfW-Definition ein Volumen von nicht weniger als drei Mrd. € beziehungsweise zwei Mrd. Dollar.

Über die KfW-Verbriefungsplattformen wurden 2005 bislang Forderungen in Höhe von 3,7 Mrd. € synthetisch verbrieft - seit dem Jahr 2000 summiert sich die Gesamtzahl auf fast 70 Mrd. €. Bei synthetischen Transaktionen wird anders als bei so genannten True Sales nicht das Kreditportfolio selbst verkauft, sondern nur das Ausfallrisiko am Kapitalmarkt platziert.

Einen genauen Zeitpunkt für den Verkauf weiterer Aktien der Deutschen Telekom oder Deutschen Post nannte Reich erwartungsgemäß nicht, schloss aber eine bevorstehende Transaktion nicht aus. „Wir hören jeden Tag und jede Minute auf den Markt. Wenn der Markt in guter Verfassung ist, werden wir verkaufen“, sagte der KfW-Chef. Die KfW hält derzeit 14,8 % der Telekom-Anteile und ein 37,4-prozentiges Paket an der Post. Die letzte Haltefrist für den Verkauf von Telekom-Aktien war im April ausgelaufen.

Der Bund privatisiert seit Jahren die Telekom und Post mit Hilfe der KfW, wo Anteile an den beiden Firmen geparkt werden. Bei günstigen Marktbedingungen verkauft die Bank die Papiere dann an internationale Investoren. Die Erlöse fließen in den Haushalt von Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD). Dieser hatte erst am Mittwoch in Berlin bekräftigt, auch künftig keine Aktien der Post oder Telekom direkt am Markt platzieren zu wollen. Der Bund will sich 2006 von seinen letzten Anteilen an den beiden Unternehmen trennen.

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