NV Energy
Buffett schlägt wieder zu

Warren Buffett in Shoppinglaune: Die zur Investmentholding des Starinvestors gehörende MidAmerican will NV Energy kaufen, den Versorger der stromfressenden Kasinos in Las Vegas. Dafür legt Buffett mehrere Milliarden Dollar auf den Tisch.
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Las Vegas, Des MoinesDer Starinvestor Warren Buffett ist voller Energie und wird auch nach der Milliarden-Offerte für den Ketchuphersteller Heinz nicht müde. Die zu Buffetts Investmentholding Berkshire Hathaway gehörende MidAmerican will den Versorger der stromfressenden Kasinos in Las Vegas, NV Energy, für 5,6 Milliarden US-Dollar kaufen. Die Aktionäre sollen 23,75 Dollar je Anteilsschein in bar erhalten, wie beide Unternehmen am Mittwoch mitteilten.

Multi-Milliardär Buffett, der als bescheidener und sparsamer Mensch gilt, hat bereits klar gestellt, er wolle nicht mehr zahlen. Im außerbörslichen US-Handel sprangen die Papiere dennoch etwas über den Angebotspreis auf 23,90 Dollar.
NV Energy versorgt etwa 1,3 Millionen Kunden im US-Bundesstaat Nevada mit Strom und Erdgas. Im Jahr 2011 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von rund drei Milliarden US-Dollar. Die Verwaltungsräte beider Unternehmen haben den Kauf einstimmig abgesegnet.

„Warren unterstützt den Kauf von NV Energy und ist sehr gespannt auf die langfristigen Investitionsmöglichkeiten in Nevada“, sagte MidAmerican-Chef Greg Abel laut der Nachrichtenagentur Bloomberg in einem Interview.

Mit NV Energie stärkt die Holding Berkshire Hathaway ihr Engagement im Energiesektor. Analysten sagten, Buffett sei für sein gutes Gespür für Wetten bekannt und Nevada sei eine Region mit relativ starkem Wachstum. Der Deal soll bis Anfang 2014 über die Bühne gehen.

Buffett ist kein Unbekannter in der Energiebranche. MidAmerican hatte 2006 bereits mehr als fünf Milliarden Dollar für PacifiCorp bezahlt. Das Unternehmen versorgt die Bundesstaaten Kalifornien, Idaho, Oregon, Utah, Washington und Wyoming mit Strom. Auch der jetzige Deal ist eher im klassischen Energiebereich angesiedelt. MidAmerican hatte zuletzt aber auch größere Summen in erneuerbare Energien gesteckt, etwa im sonnenreichen Kalifornien.
Das „Orakel von Omaha“ schrieb erst kürzlich in seinem alljährlichen Brief an die Investoren seiner Holding: „Wir haben erneut unsere Safari-Klamotten angezogen und unsere Suche nach Elefanten wieder aufgenommen. Unser Elefantentöter ist nachgeladen, und mein Finger am Abzug juckt.“

Für den Ketchuphersteller Heinz hatte Buffett zusammen mit seinem Partner, dem Finanzinvestor 3G, Ende April rund 23 Milliarden US-Dollar gezahlt. Einen üblen Beigeschmack erhielt der Deal durch den Verdacht des Insiderhandels durch unbekannte Anleger. Die US-Börsenaufsicht SEC und die Bundespolizei FBI starteten Ermittlungen.

An welchen Unternehmen und Branchen der Starinvestor noch interessiert ist, hat Buffett in seinem Investorenbrief offen gelassen. Vornehmlich investiert Buffett, der nicht gerne reist und im beschaulichen Omaha im Bundesstaat Nebraska zu Hause ist, in Amerika. Vor allem die Versicherungsbranche hat es Buffett angetan. Bekanntgeworden ist er aber auch mit seinen Engagements bei Großkonzernen wie General Electric, Goldman Sachs, Coca-Cola und IBM.

Im vergangenen Jahr hat er keine großen Übernahmen vollzogen. Seine Berkshire-Holding verdiente 2012 14,8 Milliarden US-Dollar. Der Buchwert der Beteiligungsgesellschaft erhöhte sich um 14 Prozent. Mit dieser Entwicklung von Berkshire Hathaway zeigte sich Buffett aber nicht zufrieden, schreibt das Portal boerse-go.de - wuchs doch der Wert des Konzerns nicht im gleichen Maße wie der Börsenindex S&P, der relevante Maßstab für Buffett. „Wir schlagen uns besser, wenn der Wind ins Gesicht bläst“, schrieb er den Aktionären.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Carina Kontio ist Redakteurin im Ressort Unternehmen & Märkte.
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  • @Santos:
    Ich habe Ihren Beitrag nicht mal wirklich überflogen, ich habe ihn schlicht ignoriert. Warum? Weil lange Textpassagen in Großbuchstaben suggerieren, dass die Person entweder ein kleines schreiendes Kind ist, oder aber meint man erhält dadurch Recht, dass man der lauteste ist. Des Weiteren sind diese Großbuchstabensätze einfach nur schlecht leserlich und daher sollten diese erst recht nicht genommen werden.

    Wer in einer Diskussion wie ein Kind schreit der verliert für mich automatisch, egal wie gut seine Argumente sind. Wir sind alle erwachsen und wenn Sie etwas betonen möchten, dann haben Sie Ausrufezeichen.

    Das gilt nicht nur für Sie, sondern auch für alle anderen Foristen, überall!

  • Inkompetenz und Unwissen ist Grundvoraussetzung, um in diesem Forum posten zu dürfen. Aber und zu darf man es noch mit ein wenig Unverschämtheit garnieren.

  • Buffett ist kein Hedgefond-Manager, auch per Definiton nicht.
    Sie haben nicht den geringesten Schimmer was Hedgefonds sind, oder ?
    Peinlich.

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