Nyse-Euronext
Der Name der Börse

Über 1300 Vorschläge sind für den gemeinsamen Namen von Deutscher Börse und Nyse Euronext zusammengekommen. Doch die Entscheidung fällt schwer. Denn auch der Markenname entscheidet über den Erfolg der neuen Großbörse.
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New York/FrankfurtEs ist vermutlich nur ein einziges Wort. Doch ist es so wichtig – und Milliarden Euro wert – der neue, gemeinsame Name von Deutscher Börse und Nyse Euronext. Sollte deren Fusion tatsächlich klappen, braucht der Konzern einen starken Markennamen.

Das wissen auch Reto Francioni, der Chef der Deutschen Börse und sein Gegenüber in New York, Duncan Niederauer. Schließlich entscheidet auch der Name, ob ein Unternehmen erfolgreich ist oder nicht. Das gilt besonders für Unternehmen, deren Geschäfte so komplex sind wie der Börsenhandel. „Je abstrakter die Produkte, die ein Unternehmen verkauft, desto wichtiger ist ein starker Markenname“, sagt Peter Pirck, Gesellschafter bei der Brandmeyer Markenberatung.

Francioni und Niederauer treiben die Namenssuche deshalb voran. In der vergangenen Woche hat die Unternehmensberatung Interbrand den beiden eine Liste möglicher Börsennamen vorgelegt; zehn sollen insgesamt darauf stehen. Die beiden Chefs entscheiden, welcher Name das Rennen macht. Doch zuvor wird geprüft, ob Dritte möglicherweise Rechte daran haben.

1300 Vorschläge für ein Wort

Ein Teil der Ideen stammt von den Mitarbeitern der beiden Börsenkonzerne. Über das Intranet hatten Deutsche Börse und Nyse ihre Angestellten aufgefordert, sich an der Suche zu beteiligen. Insgesamt sind mehr als 1300 Vorschläge zusammengekommen. Die besten hat Interbrand ausgewählt und modifiziert. Einige von ihnen stehen auf Francionis Liste.

„Der Name ist der Ankerpunkt aller Aktivitäten“, sagt Hans Meier-Kortwig von der GMK Markenberatung. Markennamen seien über Jahre gelernt und hätten einen Wert aufgebaut. Dieser könne bis zu mehreren Milliarden Euro betragen. Beobachter erwarten, dass der neue Konzern für die Holding einen neuen Namen bekommen wird, die einzelnen Marken – Deutsche Börse und Nyse – aber innerhalb der Konzernstruktur erhalten bleiben. „Warum sollte man auf solche Namen, die in ihren Märkten viel wert sind, verzichten?“ fragt ein ehemaliger Manager des Frankfurter Konzerns. Für die Holding werde man aber vermutlich einen Kunstnamen wählen, der beschreibt, was der Konzern tut – „Global Exchanges“ oder „Global Exchange Alliance“ beispielsweise.„Da Englisch die Sprache der Finanzwelt ist, sollte der Name zwingend im Englischen funktionieren“, sagt Meier-Kortwig.

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Weder "Blue Power" noch "Frank"

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