Österreich
Bankenabgaben lassen Raiffeisen-Gewinn schrumpfen

Der Gewinn der Raiffeisen Bank International ist zu Jahresbeginn um 19 Prozent auf 270 Millionen Euro geschrumpft. Schuld waren Bankenabgaben in Österreich und Ungarn und steigende Verwaltungskosten.
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WienDer Gewinn der Raiffeisen Bank International (RBI) ist zu Jahresbeginn wegen hoher Bankenabgaben und steigender Verwaltungskosten um knapp ein Fünftel eingebrochen. Von Januar bis März stand unter dem Strich ein Gewinn von 270 Millionen Euro, gut 19 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie das Institut am Donnerstag mitteilte. Damit lag das mit der Mutter Raiffeisen Zentralbank verschmolzene Geldhaus aber immer noch über den Erwartungen von Analysten, die mit einem Gewinn von 256 Millionen Euro gerechnet hatten. Die Bank ist in 17 Ländern in Mittel- und Osteuropa tätig und einer der größten Kreditgeber der Region. An der Börse kamen die Zahlen gut an: Die Aktie lag rund ein Prozent im Plus.  

Die wegen neuer Regulierungsvorschriften erhobenen Bankabgaben in Österreich und Ungarn belasteten das Ergebnis im ersten Quartal mit 34 Millionen Euro. Zudem stiegen die Personalkosten, die den größten Block der Verwaltungsausgaben ausmachen, durch Gehaltserhöhungen um ein Zehntel. Für das laufende Jahr rechnet die RBI unverändert mit Bankabgaben von insgesamt 130 Millionen Euro im Heimatmarkt und dem Nachbarland Ungarn.  

Gut lief es im zuletzt schwierigen Kreditgeschäft in Osteuropa. Hier macht sich die wirtschaftliche Erholung in vielen Märkten bemerkbar. „Besonders erfreulich ist, dass sich der Stand der notleidenden Kundenkredite zum ersten Mal seit Ausbrechen der Krise leicht reduziert hat, und zwar um 2,4 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro“, sagte Risikochef Johann Strobl. Konzernweit werde der Anteil der Problemkredite am gesamten Kreditbestand im zweiten Halbjahr seinen höchsten Stand erreichen. Beflügelt von der Trendwende will die Bank im laufenden Jahr wieder mehr Kredite an Kunden vergeben - vor allem in Osteuropa. Im vergangenen Jahr war das Geschäft nur um 4,3 Prozent gewachsen.   

Die harte Kernkapitalquote (Core Tier 1 Ratio) der Bank lag Ende März unverändert bei 8,9 Prozent. Sie ist eine der wesentlichen Kennzahlen beim europäischen Bankenstresstest.   Das Engagement in schuldengeplagten Ländern Süd- und Osteuropa dürfte der RBI vorerst kein Kopfzerbrechen bereiten. Das Institut ist mit insgesamt vergleichsweise geringen 22 Millionen Euro in Portugal, Irland, Griechenland und Spanien investiert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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