Österreich soll Drehscheibe gewesen sein – Italiens Manager werben um Vertrauen: Jetzt rückt auch Wien in den Fokus der Parmalat-Ermittler

Österreich soll Drehscheibe gewesen sein – Italiens Manager werben um Vertrauen
Jetzt rückt auch Wien in den Fokus der Parmalat-Ermittler

Der Skandal um den italienischen Parmalat-Konzern hat mittlerweile auch Österreich erfasst. Die Strafverfolger gehen davon aus, dass Wien eine Schlüsselrolle bei den undurchsichtigen Geldtransaktionen in diversen Steueroasen gespielt hat.

hst/mab/ug MAILAND/WIEN. „Es sieht so aus, als wäre hier eine Drehscheibe gewesen", sagte der Leiter der Wiener Staatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität, Erich Müller. „Wir haben die gesamten Buchhaltungsunterlagen von Parmalat Austria angefordert und müssen sie jetzt analysieren.“

Parmalat Austria galt bisher lediglich als Zwischengesellschaft für eine 25prozentige Beteiligung an der niederösterreichischen Molkerei NÖM. Laut Presseberichten war die Gesellschaft allerdings alleinige Eigentümerin der Curcastle Corporation N. V. auf den niederländischen Antillen und über verschiedene Briefkastenfirmen auch an Bonlat Financing auf den Cayman- Inseln beteiligt. Als im Dezember bekannt wurde, dass ein Konto dieser Parmalat-Tochter mit einem Guthaben von vier Mrd. Euro nie existiert hatte, war der Betrugsfall auf geflogen.

Zudem war Parmalat über die Curcastle Corporation zu knapp 96 % Eigentümerin der Parmalat Africa Ltd. auf Mauritius. Zu diesem Teil des Firmen-Geflechts gehören zwei südafrikanische Unternehmen, deren Wert laut Berichten zu hoch angegeben worden war. Um Schwierigkeiten mit den italienischen Buchprüfern zu vermeiden, waren die Beteiligungen für 180 Mill. Euro an Parmalat Austria verkauft worden. Die Wiener GmbH blieb den Betrag bis heute schuldig. Geschäftsführer Claudio Pessina von Parmalat Austria sitzt bereits in Untersuchungshaft.

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