Österreicher haben Frist bis Ende Juni gesetzt: Aktionäre kritisieren Mannheimer-Vorstand

Österreicher haben Frist bis Ende Juni gesetzt
Aktionäre kritisieren Mannheimer-Vorstand

Die geplante Mehrheitsübernahme der Mannheimer Versicherung durch die UNIQA-Gruppe ist auf harte Kritik der Aktionäre gestoßen. Dem Vorstand wurde am Freitag auf einer turbulenten außerordentlichen Hauptversammlung vorgeworfen, mit dem Sanierungsplan die freien Aktionäre zu benachteiligen.

HB MANNHEIM. Das Konzept sieht eine Erhöhung der Anteile der österreichische Versicherungsgruppe von knapp 20 auf fast 88 Prozent vor.

Vorstandschef Lothar Stöckbauer hatte bei dem Aktionärstreffen betont, für einen Fortbestand der Mannheimer AG Holding gebe es keine andere Alternative. Die Gesellschaft war durch die finanzielle Schieflage ihrer Lebensversicherungstochter in die tiefroten Zahlen gerutscht. Die drohende Insolvenz konnte Mitte vergangenen Jahres nur durch eine Einigung mit der Auffanggesellschaft Protektor verhindert werden. Die Mannheimer Leben war zum ersten Fall für die von der Versicherungsbranche für Notfälle gegründeten Gesellschaft geworden.

Nach dem Konzept wird das Grundkapital der Mannheimer AG Holding zur Verlustabdeckung von derzeit 25,8 Millionen auf 10,1 Millionen Euro herabgesetzt. 53 Millionen neue Aktien sollen zu einem Stückpreis von 1,50 Euro an die UNIQA verkauft werden. Die anderen Aktionäre werden daran nicht beteiligt. Gegen das Vorhaben gab es massive Proteste der Aktionäre. Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) kritisierte, die freien Aktionäre würden damit zwar an den Risiken, nicht aber den möglichen Erfolgen der Gesellschaft beteiligt.

Protektor hatte Mitte September die 345 000 Verträge der Mannheimer Leben mit einem Volumen von etwa 18 Milliarden Euro übernommen. Ein in diesem Zuge gewährtes Darlehen von 193,1 Millionen soll nun durch eine Einmalzahlung von 25 Millionen Euro ausgelöst werden. Das Geschäftsjahr 2003 wird die Mannheimer Stöckbauer zufolge mit einem Fehlbetrag von rund 200 Millionen Euro abschließen. Die Mannheimer ist seit der knapp abgewendeten Insolvenz nur noch auf ihr Kerngeschäft der Schaden- und Unfallversicherung ausgerichtet. An die Versicherungsgruppe Continentale wurden 51 Prozent der Krankenversicherungssparte verkauft. Ende September ist die Mannheimer AG Holding aus dem SDAX ausgeschieden.

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