Österreichische Bank
Bawag steigert Betriebsgewinn

Die Bawag hat trotz Abschreibungen auf staatliche Anleihen und einer Beteiligung ihren Gewinn vor Steuern steigern können. Sie will sich weiter auf ihr Geschäft konzentrieren - eine mögliche Fusion ist vom Tisch.
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WienDie österreichische Bank Bawag P.S.K. zeigt der angeschlagenen ÖVAG die kalte Schulter. Auch mittelfristig sei er nicht an einem Einstieg bei dem kriselnden Volksbanken-Spitzeninstitut interessiert, sagte Bawag-Chef Byron Haynes am Freitag. „Wir haben genug mit unserem eigenen Geschäftsmodell zu tun und wir werden uns darauf konzentrieren.“ Vor knapp zwei Jahren, als sich die Krise bei der ÖVAG bereits abgezeichnet hatte, hatte die Bawag noch eine Fusion geprüft.

Das Vorhaben scheiterte jedoch an unterschiedlichen Vorstellungen: Während die Bawag eine Dreier-Fusion mit der ÖVAG und ihren Eigentümern - den 62 lokalen Volksbanken wollte, lehnten diese einen solchen Deal ab und versuchten sich selbst bei der Sanierung ihres Spitzeninstituts. Allerdings mit wenig Erfolg: Nun muss sich der österreichische Staat mit bis zu 49 Prozent an der ÖVAG beteiligen, um sie angesichts massiver Verluste und der nur schleppend vorankommenden Sanierung vor dem Kollaps zu retten. Der Staat muss seinen Anteil mittelfristig jedoch wieder verkaufen.

Die Bawag, die zu den vier größten Banken Österreichs zählt, hat während der Krise ebenfalls Staatshilfen über 550 Millionen Euro erhalten und will diese wegen der höheren Kapitalvorschriften für Banken frühestens 2014 zurückzahlen. Im laufenden Jahr stehe für das Institut neben dem Ausbau des Einlagengeschäfts die Stärkung der Kapitalstruktur im Vordergrund, sagte Haynes. Durch den Rückkauf von Hybridpapieren habe die Bawag einen Gewinn von 105 Millionen Euro gemacht. Die harte Kernkapitalquote (Core tier 1) der Bank steige dadurch um 40 bis 50 Basispunkte. Ende 2011 lag die Kernkapitalquote (tier 1) bei 9,6 Prozent nach 8,9 Prozent Ende 2010

Die Bawag gehört dem Finanzinvestor Cerberus, der das ehemalige Gewerkschaftsinstitut nach einem Bankenskandal gekauft hatte. Das Haus stand 2007 - noch vor dem Ausbruch der Finanzkrise - durch fehlgeschlagene Spekulationsgeschäfte in der Karibik am Abgrund. An einen raschen Ausstieg bei der Bank denke der Finanzinvestor vorerst nicht. „Sie haben keine Absicht, die Bank derzeit zu verkaufen“, sagte Haynes.

Im vergangenen Jahr lasteten Abschreibungen auf die Beteiligung an der ungarischen MKB von 58 Millionen Euro und Wertberichtigungen auf griechischen Staatsanleihen über 32 Millionen Euro auf der Bawag. Der Nettogewinn stagnierte daher trotz eines anziehenden Einlagen- und Firmengeschäfts auf dem Vorjahresniveau von rund 122 Millionen Euro.

Von ihrem Anteil von 4,6 Prozent an der BayernLB -Tochter MKB wolle sich die Bawag trennen - sofern sie dafür einen Abnehmer findet. Weitere nennenswerte Belastungen durch die MKB seien 2012 nicht zu erwarten, sagte Finanzvorstand Andreas Arndt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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