Österreichische Bank
Erste Group leidet unter Osteuropa-Geschäft

Die osteuropäischen Töchter belasten das Wiener Kredithaus Erste Group. In Rumänien, Ungarn und der Ukraine schreibt die Bank Millionenbeträge ab. Nur Dank eines Sondereffekts rettet die Bank den Gewinn.
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WienDie österreichische Bank Erste Group leidet weiter unter ihrem schwachen Osteuropa-Geschäft. Im ersten Halbjahr schrieb sie auf ihre rumänische Tochter Banca Comerciala Romana 210 Millionen Euro ab, wie das börsennotierte Spitzeninstitut der österreichischen Sparkassen am Dienstag in Wien mitteilte. In Ungarn musste die Bank weitere 60,6 Millionen Euro für Steuerbelastungen zurücklegen und vergrößerte deshalb ihren dortigen Verlust auf knapp 93 Millionen Euro. Rote Zahlen gab es auch in der Ukraine.

Dass der Konzern-Überschuss in der ersten Jahreshälfte lediglich um 12,9 Prozent auf 453,6 Millionen Euro zurückging, verdankt das Institut einem Sondereffekt. Um die Kapitalbasis zu stärken, hatte die Bank nachrangige Anleihen aus dem Markt zurückgekauft. Dabei fiel ein Buchgewinn von 413 Millionen Euro an.

Erneut stiegen die Risikokosten, da sich die Kreditqualität in Rumänien und Kroatien verschlechterte. Dagegen gab es zumindest in Österreich, Tschechien und der Slowakei einen Aufwärtstrend. Insgesamt stuft das Institut 9,2 Prozent ihrer Kredite als faul ein, Ende 2011 waren es 8,5 Prozent.

Im Gesamtjahr 2011 hatten ebenfalls hohe Abschreibungen auf das Osteuropa-Geschäft die Erste Group tief in die roten Zahlen gerissen. Unter dem Strich stand ein Verlust von knapp 720 Millionen Euro. Für das laufende Jahr reduzierte das Institut nun seine Erwartungen an das operative Geschäft. Der Betriebsgewinn solle leicht unter dem des Vorjahrs landen, bislang hatte die Bank ein stabiles Ergebnis erwartet. Im ersten Halbjahr lag der Wert nun bei 1,75 Milliarden Euro, ein Rückgang um 11,2 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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