Österreichische Bank

Gewinn von Raiffeisen International bricht ein

Das Kreditinstitut Raiffeisen International erleidet einen Gewinneinbruch. Die Österreicher müssen mehr Geld für faule Kredite zurücklegen. Deren Zahl stieg zuletzt leicht an.
Update: 29.08.2012 - 09:02 Uhr Kommentieren
Die österreichische Bank Raiffeisen International erleidet einen Gewinneinbruch. Quelle: Reuters

Die österreichische Bank Raiffeisen International erleidet einen Gewinneinbruch.

(Foto: Reuters)

WienDer Gewinn der Raiffeisen Bank International hat sich im zweiten Quartal wegen einer höheren Vorsorge für faule Kredite mehr als halbiert. Unter dem Strich stand ein Plus von 160 Millionen nach 345 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie die Bank am Mittwoch mitteilte.

Trotz des starken Rückgangs schnitt die Bank damit etwas besser ab als Analysten erwartet hatten. Für das zweite Halbjahr rechnet das Institut mit einem weiteren "leichten Anstieg des Volumens der notleidenden Kredite", hieß es in der Mitteilung.

In der Raiffeisen Bank International hat die Raiffeisen-Bankengruppe ihr Geschäft mit großen Firmenkunden gebündelt. Das Institut ist in Osteuropa in großen Märkten wie Russland, Polen, Ungarn, Rumänien und einer Reihe kleinerer Staaten tätig. Durch die dort teilweise schrumpfende Wirtschaft laufen auch die Geschäfte von Firmen schlechter - daher müssen Banken höherer Vorsorgen für faule Kredite bilden.

Dieses Auf und Ab bestimmt mangels anderer Gewinntreiber auch die Bilanzen von Mitbewerbern: Die Erste Group musste wegen der mauen Wirtschaftsentwicklung in Ungarn und Rumänien nach dem zweiten Quartal zum zweiten Mal in Folge ihre Gewinnprognose senken.

Im Kerngeschäft kam die Raiffeisen Bank International im zweiten Quartal nicht vom Fleck: Wegen der niedrigen Zinsen sank der Zinsüberschuss. Ebenso gingen Provisionsgewinn und Handelsergebnis leicht zurück. Besserung ist im restlichen Jahresverlauf nicht in Sicht: Das Geschäftsvolumen werde im Gesamtjahr wegen des mauen Wirtschaftsumfeldes und strengerer Kapitalvorschriften stagnieren, erklärte die Bank.

Das sind die Rendite-Könige unter Europas Banken
huGO-BildID: 12426090 People walk past a branch of Erste Bank in Vienna, Austria, on Thursday, Oct. 30, 2008. The Erste Bank takes the bank help of t
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Platz 10: Erste Bank Gruppe

Die Nachrichtenagentur Bloomberg hat ein Ranking der europäischen Banken mit dem besten Risiko-Rendite-Profil erstellt. Dazu wurde die absolute Rendite durch die Volatilität beziehungsweise durch die Kursschwankungen geteilt (risikoadjustierte Rendite) – und das über den Zeitraum der vergangenen zehn Jahre.

Die beste und einzige Bank in der Rangliste aus dem deutschen Sprachraum ist die österreichische Erste Bank. Die Bank ist das Leitinstitut der österreichischen Sparkassen und das älteste bestehende Kreditinstitut des Landes. Im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre erwirtschaftete die Bank eine risikoadjustierte Rendite von 0,43 Prozent.

A woman lifts a child to look at a painted model of a cow in front of SEB bank branch in Europa business center in Vilnius
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Platz 9: Skandinaviska Enskilda Banken (SEB)

Die schwedische Skandinaviska Enskilda Banken (im Bild die Filiale in Vilnius, Litauen) ist in Deutschland vor allem unter ihrer Abkürzung SEB und den entsprechenden Filialen bekannt. Ende Januar 2011 wurde das deutsche Privatkundengeschäft allerdings an die Banco Santander abgegeben. Die SEB Bank landet mit 0,78 Prozent auf Rang neun der Rangliste der risikoadjustierten Rendite.

European markets dip on downgrade of Spanish banks
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Platz 8: Banco Santander

Die spanische Banco Santander kommt auf eine risikoadjustierte Rendite von mehr als einem Prozent. Genauer gesagt sind es 1,05 Prozent. Das reicht zum achten Platz im Ranking. In Deutschland ist die Bank mit ihrer Tochter Santander Consumer Bank auf Wachstumskurs.

Passersby walk inside HSBC headquarters in Hong Kong
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Platz 7: HSBC

Die globale Großbank mit Sitz in London landet auf Platz sieben der Rangliste. Im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre hat die HSBC eine risikoadjustierte Rendite von 1,35 Prozent erwirtschaftet. Doch an die Renditekönige der Branche in Europa kommt sie damit beileibe nicht dran.

huGO-BildID: 24438535 People line up to withdraw cash at a Swedbank automatic teller machine (ATM) in Riga on December 12, 2011. More than 100 cashpo
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Platz 6: Swedbank

Auch auf Rang sechs findet sich ein Institut aus Schweden wieder. Die Swedbank (Bild: Filiale in Riga, Lettland) ist eine der größten Banken in Nordeuropa und auf dem Baltikum. 1,76 Prozent beträgt die risikoadjustierte Rendite im Bloomberg-Ranking.

huGO-BildID: 5850574 DnB NOR ASA, BAnk, Norwegen,
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Platz 5: DNB NOR

DNB ist der größte Finanzdienstleister Norwegens. Das Institut mit Sitz in Oslo ist mehrheitlich im Staatsbesitz und gehört zu den Top 5 der Rendite-Könige in Europa. Sage und schreibe 4,09 Prozent betrug die risikojustierte Rendite im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Nur vier Banken können da noch eins draufsetzen.

huGO-BildID: 18879752 Christian Clausen, chief executive officer of Nordea Bank AB, presents the company's second-quarter report in Stockholm on July
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Platz 4: Nordea Bank

Die Schweden von der Nordea Bank (im Bild Chef Christian Clausen) schnuppern am Treppchen. Mit 4,42 Prozent reicht es im Ranking aber „nur“ zum vierten Platz. Die größte Bank Nordeuropas muss drei Instituten den Vortritt lassen.

Allerdings wachsen die Länder in Osteuropa im Durchschnitt weiterhin stärker als die meisten Staaten in Westeuropa. Darum halten die österreichischen Banken, die zu den größten Kreditgebern in der Region zählen, an ihren Töchtern in Zentral- und Osteuropa fest. "Die Tatsache, dass sich Zentral- und Osteuropa deutlich besser entwickelt hat als die Eurozone, stimmt mich für die zweite Jahreshälfte positiv", sagte Vorstandschef Herbert Stepic.

Die RBI hat zuletzt mit der rund 600 Millionen Euro schweren Übernahme der Polbank ihr Polen-Geschäft deutlich ausgebaut. Der Zukauf soll dem Institut ab 2013 Kosteneinsparungen von 40 bis 50 Millionen Euro pro Jahr bringen.

Von den Plänen für eine Kapitalerhöhung hat sich die Bank trotz der mauen Kursentwicklung nicht verabschiedet. Sie stelle - abhängig von der weiteren Entwicklung der Märkte - eine mögliche Option dar, bekräftigte die RBI. Die Mutter Raiffeisen Zentralbank, die die Regulierer für ihre Kapitaltests heranziehen, steigerte ihre harte Kernkapitalquote per Ende Juni auf 10,6 Prozent. Bei der RBI lag diese zentrale Kenngröße bei 10,1 Prozent.

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