Österreichische Bank
RBI plant Milliarden-Kapitalerhöhung

Innerhalb des nächsten halben Jahres plant die Raiffeisen Bank International eine Kapitalerhöhung, um ausstehendes Partizipationskapital zurückzuzahlen. Die Deutsche Bank soll die RBI bei ihren Plänen beraten.
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Frankfurt/MainDie österreichische Raiffeisen Bank International (RBI) will mit einer milliardenschweren Kapitalerhöhung ihr Kapitalpolster aufstocken. Binnen sechs Monaten könnten durch die Ausgabe neuer Aktien zwei bis 2,25 Milliarden Euro frisches Geld eingesammelt werden, um damit die in der Krise erhaltenen Staatshilfen zurückzuzahlen, teilte die Bank am Mittwoch mit. Die Bank hat seit Jahren immer wieder eine Kapitalerhöhung geprüft – nun will sie ernst machen, lässt sich aber noch ein Hintertürchen offen. Der Zeitplan und das Volumen hingen vom Marktumfeld ab, erklärte die RBI.

Die Bank hatte in der Krise 1,75 Milliarden Euro an Staatshilfen in Form von sogenanntem Partizipationskapital erhalten. Insgesamt hat das vor allem in Osteuropa aktive Geldhaus 2,5 Milliarden Euro an Partizipationskapital ausstehen, dass nach der Kapitalerhöhung zumindest teilweise zurückgezahlt werden soll. Es wird unter dem neuen Basel-III-Regelwerk nicht mehr als hartes Kernkapital anerkannt. Bei den bevorstehenden Stresstests der EZB zählt es aber noch als hartes Kernkapital. Ende September kam die RBI auf eine harte Kernkapitalquote (Core Tier 1) von 10,1 Prozent.

Durch die Kapitalerhöhung werde der Streubesitz signifikant steigen, erklärte die RBI. Der Anteil der Raiffeisen Zentralbank, die bisher 78,5 Prozent an dem Institut hält, würde entsprechend sinken.

RBI ist der zweitgrößte Kreditgeber in Osteuropa nach UniCredit. Weil dort viele Unternehmen wegen der schwierigen Wirtschaftslage Probleme haben, musste die Bank hohe Vorsorgen für faule Kredite bilden – der Gewinn sank in den ersten neun Monaten um knapp sechs Prozent auf 134 Millionen Euro. Angesichts des schwierigen Umfelds hatte die RBI im November erklärt, einen Rückzug aus der Ukraine, Ungarn und Slowenien nicht auszuschließen.

Die Veräußerung der defizitären Ungarn-Tochter scheiterte nun jedoch. Nach umfassender Prüfung des letzten Angebots habe die RBI beschlossen, den Verkauf derzeit nicht weiterzuverfolgen, erklärte die RBI am Mittwoch. Alleine im ersten Halbjahr 2013 fiel in Ungarn ein Verlust von 83 Millionen Euro an. Den Österreichern machen dort neben der mauen Wirtschaftsentwicklung auch hohe Steuern zu schaffen. Zudem kämpfen die Banken in dem osteuropäischen Land mit einem hohen Bestand an Fremdwährungskrediten, die die Ungarn wegen des Verfalls ihrer Landeswährung nicht mehr zurückzahlen können.

Neben der Kapitalerhöhung plant die RBI nach eigenen Angaben, ihre Kapitalstruktur durch eine mögliche Emission von nachrangigen Kapitalinstrumenten im Lauf der nächsten zwölf Monate zu stärken. Deutsche Bank, UBS und Raiffeisen Centrobank sollen die RBI bei ihren Plänen zur Stärkung der Kapitalbasis beraten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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