Österreichisches Institut
Kein zusätzliches Kapital für Raiffeisen-Bank

Die Raiffeisen Bank International muss ihre Eigenkapitalquote erhöhen. Das soll aus Sicht des Aufsichtsrates aber ohne eine Kapitalerhöhung geschehen. Er hält sie für unnötig.
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WienDie Pläne einer Kapitalerhöhung bei der Raiffeisen Bank International rücken angesichts des niedrigen Aktienkurses in die Ferne. Würde sich das Institut heute zu einem solchen Schritt entschließen, hieße das, „die halbe Bank zu verschenken“, sagte der Aufsichtsratschef des Mutterkonzerns RZB, Christian Konrad, der Nachrichtenagentur APA. „Ich halte von diesen Plänen nicht sehr viel.“ Die RZB hält mehr als drei Viertel an der RBI.

Das Mutterinstitut muss nach Vorgabe der europäischen Aufseher bis Ende Juni eine harte Kernkapitalquote von neun Prozent vorweisen. Dies erreiche die RZB jedoch auch ohne eine Geldspritze für die Tochter, sagte Konrad. „Es gibt bis dahin keine Kapitalerhöhung.“ Eine RBI-Sprecherin sagte, die Bank habe ihre Pläne stets von der Entwicklung des Marktumfelds abhängig gemacht.

Konkret ins Auge gefasst hat die Bank die Ausgabe neuer Aktien seit dem vergangenen August. Wegen der Finanz- und Schuldenkrise hatten Bankaktien über den Winter jedoch massiv an Wert verloren und einen solchen Schritt unattraktiv gemacht. Am Donnerstag legte die RBI-Aktie gut zwei Prozent zu - notierte damit aber immer noch bei nur 26 Euro und damit in etwa auf dem Niveau von August 2011. Der Buchwert der Bank liegt nach Angaben von Konrad bei 35 bis 36 Euro je Aktie.

Die Kapitalerhöhungspläne sind bereits fortgeschritten: Angesichts der Erholung der Aktie im laufenden Jahr hat die RBI Kreisen zufolge erste Vorbereitungen in die Wege geleitet und Gespräche mit Banken aufgenommen, die die Transaktion begleiten sollen.

Die Aufseher hatten bei der RZB ursprünglich eine Kapitallücke von 2,1 Milliarden Euro festgestellt, um die harte Kernkapitalquote von neun Prozent bis zur Jahresmitte zu erreichen. Bis Ende Januar hatte das Institut über die Trennung von Randbereichen, eine Kapitalwandlung und die Hebung stiller Reserven bereit 1,4 Milliarden Euro generiert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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