Österreichs Banken
Notenbank erhöht den Reformdruck

Institute wie Bank Austria, Raiffeisen Bank die Erste Group zählen zu den größten Kreditgebern in Zentral- und Osteuropa. Doch die Kapitalquote der Institute ist relativ gering. Österreichs Notenbank mahnt zu Reformen.

WienDie Notenbank Österreichs hat die Finanzinstitute des Landes zum Aufpolstern ihrer Kapitaldecke gemahnt. Dabei müssten sie ein höheres Tempo anschlagen, forderte die Österreichische Nationalbank (OeNB) in dem am Freitag veröffentlichten Finanzstabilitätsbericht. Die Kapitalquoten seien verglichen mit ähnlichen europäischen Instituten unterdurchschnittlich: „Die Banken sollten ein Kapital-Niveau ansteuern, das mit den eingegangenen Risiken im Einklang steht.“ Daher sei die empfohlene Aktivierung eines Systemrisikopuffers für ausgewählte Banken zu begrüßen.

Institute wie Bank Austria, Raiffeisen Bank International und die Erste Group zählen zu den größten Kreditgebern in Zentral- und Osteuropa. Manche Banken haben sich zudem in Schwellenländern wie der Türkei und Russland engagiert. Diese Geschäfte sind angesichts der Wirtschaftsflaute und geopolitischer Spannungen mit zunehmenden Risiken verbunden.

Laut Notenbank-Chef Ewald Nowotny steht der Branche, der im Zuge der digitalen Revolution zunehmend Start-Up-Firmen im Internet Konkurrenz machen, ein massiver Personalabbau ins Haus: In den nächsten vier bis fünf Jahren werde wohl ein Drittel der Arbeitsplätze verloren gehen. Die zur italienischen UniCredit gehörende Bank Austria hat bereits angekündigt, in den kommenden Jahren stärker den Rotstift anzusetzen. Wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase in der Euro-Zone mahnt die Notenbank die Geldhäuser dazu, ihre Geschäftsmodelle auf mehr Effizienz zu trimmen. „Dies ist wichtig, da die Profitabilität auch maßgeblich zur Stärkung der Kapitalisierung beiträgt“, erklärte die OeNB.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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