Österreichs Krisenbank
Hypo Alpe Adria benötigt weitere Staatshilfen

Die Hypo Alpe Adria liegt den Steuerzahlern erneut auf der Tasche. Die erneute Finanzhilfe wird viel Geld kosten. Im Prozess um den Kauf durch die BayernLB spielte am Montag der verstorbene Jörg Haider eine Rolle.
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WienDie österreichische Krisenbank Hypo Alpe Adria benötigt weitere Staatshilfen. Die ehemalige BayernLB -Tochter könne „nicht ausschließen“, dass sie eine weitere Geldspritze brauche, um im Jahresabschluss 2013 die vorgeschriebenen Kapitalquoten zu erfüllen, teilte das Institut am Montag mit. Zwei Insidern zufolge benötigt die Bank nun einen dreistelligen Millionenbetrag.

„Wir sprechen nicht über 100 Millionen Euro. Wir sprechen über mehr, viel mehr“, sagte eine mit der Situation vertraute Person. Damit muss die Bank die Staatskasse bereits zum zweiten Mal innerhalb von knapp drei Monaten anzapfen.

Finanzminister Michael Spindelegger sagte, er sei erschüttert über die neuerliche Kapitallücke. Erst Ende 2013 hatte die Hypo Alpe Adria gut eine Milliarde Euro an Hilfen für ihren anstehenden Jahresabschluss erhalten. „Das ist schon eine Nachricht, die für uns etwas erstaunlich ist - denn was hat sich jetzt in zwei Monaten geändert?“, sagte Spindelegger.

Er wolle mit einer Entscheidung über eine weitere Kapitalspritze bis Ende März warten: Bis dahin will die Regierung entscheiden, welche Lösung sie für die Abwicklung der 2009 verstaatlichten Krisenbank weiterverfolgt, die sich mit einer massivem Expansion auf dem Balkan verhoben hatte. Die Hypo will ihre Bilanz für 2013 bis Anfang April vorlegen und muss darin auch sämtliche im ersten Quartal anfallenden Verluste berücksichtigen.

Eine von Nationalbankgouverneur Ewald Nowotny angeführte Expertengruppe hatte empfohlen, die Krisenbank ohne umfassende Staatsgarantien abzuwickeln. 17,8 Milliarden Euro an faulen Krediten und nicht verkaufsfähigem Geschäft sollen in eine Abwicklungsanstalt überführt werden. Dadurch würde allerdings die Staatsverschuldung um 5,5 Prozentpunkte auf rund 80 Prozent sowie das Haushaltsdefizit im laufenden Jahr um 1,2 Prozentpunkte steigen.

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