Österreichs Krisenbank
Hypo Alpe benötigt weitere 1,4 Milliarden Euro

Die Hypo Alpe Adria liegt den Steuerzahlern erneut auf der Tasche. Die erneute Finanzhilfe wird viel Geld kosten. Das Finanzministerium entscheidet in den kommenden Wochen über weitere Hilfen.
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WienDie österreichische Krisenbank Hypo Alpe Adria benötigt weitere 1,43 Milliarden Euro an Staatshilfen. Mit dem Geld will die Bank eine Kapitallücke durch neuerliche Abschreibungen im Zuge der Bilanzerstellung für 2013 stopfen. Zudem soll die Summe reichen, um das Institut bis zur Gründung einer Bad Bank im Herbst über Wasser zu halten, teilte die Hypo am Freitag mit.

Finanzminister Michael Spindelegger entscheidet nun in den nächsten Wochen, wie der Staat der ehemaligen BayernLB-Tochter beispringt. „Erst wenn es vollkommene Klarheit über die Mittelverwendung gibt, wird frisches Geld fließen“, sagte er.

Die Bank hat bereits 4,8 Milliarden Euro an Staatshilfen erhalten. Die neuerliche Geldspritze kommt nicht überraschend. Die Bank hatte bereits vor Wochen mitgeteilt, dass sie die Vorschriften der Aufseher wohl nicht mehr aus eigener Kraft erfüllen kann. Unklar war jedoch bis zuletzt, wie hoch die Geldspritze diesmal ausfallen muss.

Die zusätzlichen Hilfen sind bereits von den EU-Wettbewerbshütern im Voraus genehmigt. Sie haben bis Ende 2017 grünes Licht für weitere 3,6 Milliarden Euro an Hilfen gegeben. Doch der am Freitag bekanntgegebene Kapitalbedarf deckt nur jene Verluste ab, die die Hypo bis zum Herbst schultern muss.

Mögliche weitere Bewertungsverluste im Zuge der Gründung einer Bad Bank sind darin nicht enthalten. Sollte die Hypo die benötigten 1,43 Milliarden Euro erhalten, dürfte sich darüber hinaus für ihren Abbau nur mehr 2,2 Milliarden Euro an zusätzlichen Staatsgeldern in Anspruch nehmen.

Österreich hatte das Institut 2009 notverstaatlicht, weil die ehemalige Mutter BayernLB kein Geld mehr in die Bank stecken wollte, die sich mit einer massiven Expansion am Balkan verhoben hatte. Nun will die Hypo ihre nicht verwertbaren Teile im September in eine Abbaubank auslagern, und so ihre Abwicklung vorantreiben.

Weil die Bad Bank mit Hilfe eines Sondergesetzes keine Banklizenz mehr besitzen soll, könnte die Hypo dann die strengen Kapitalvorschriften der Aufseher leichter erfüllen. Doch im Gegenzug treibt die Gründung der Bad Bank die Staatsverschuldung in die Höhe und die Kosten für den Abbau lasten auf dem Haushalt.

Grund für die neuerliche akute Kapitallücke sind neben weiteren Vorsorgen für faule Kredite Abschreibungen auf die zum Verkauf stehenden insgesamt sechs Südosteuropa-Töchter der Hypo. Ihren Wert hat die Bank in der Bilanz niedriger angesetzt, um mögliche weitere Verluste im Zuge eines Eigentümerwechsels zu vermeiden. Von ihnen muss sich die Bank nach Vorgabe der EU-Wettbewerbshüter bis 2015 trennen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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