Österreichs Nationalbank
Banken müssen widerstandsfähiger werden

Die Kreditinstitute sollen ihr Kapital weiter aufstocken. Dies teilte die Nationalbank mit. Die bessere Kapitalausstattung sei nötig, um mit der europäischen Konkurrenz mitzuhalten und die Staatshilfen zurückzuzahlen.
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WienÖsterreichs Kreditinstitute müssen nach Ansicht der Österreichischen Nationalbank ihr Kapital weiter aufstocken. Zwar habe ein interner Stresstest der Bankenaufseher bei der OeNB gezeigt, dass die Institute mittlerweile widerstandsfähiger seien, sagte Direktoriumsmitglied Andreas Ittner am Montag. Sie seien dabei im extremsten Szenario auf eine harte Kernkapitalquote von 7,7 bis 8,5 Prozent gekommen.

Anders als bei den Stresstests der europäischen Bankenaufseher (EBA) habe es keine Mindestquote gegeben. Ziel sei lediglich, ein Bild über die Verfassung der größten österreichischen Banken zu bekommen, sagte Ittner. Dazu zählen neben der UniCredit-Tochter Bank Austria die Erste Group und die Raiffeisen Zentralbank mit ihrer börsennotierten Tochter Raiffeisen Bank International.

Dennoch kämen die Aufseher zu dem Schluss, „dass Banken trotzdem weiter Kapital aufbauen sollen“, sagte Ittner. Dies sei auch mit Blick auf die strengeren Eigenkapitalvorschriften unter Basel III, die teils deutlich bessere Kapitalausstattung der europäischen Konkurrenz und die früher oder später geplante Rückzahlung von Staatshilfen nötig.

Trotz der in den vergangenen Jahren gestiegenen Kapitalquoten könne die Nationalbank keine Garantie geben, dass insbesondere kriselnde österreichische Institute künftig „nie wieder breitere Unterstützung“ des Staats benötigten. Während und nach der Krise hat Österreich die Hypo Alpe Adria, die Kommunalkredit und die Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG) komplett oder teilweise verstaatlicht.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Österreichs Nationalbank: Banken müssen widerstandsfähiger werden"

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  • Es sit völlig aussichtslos höhere Widerstandskraft der banken zu verlangen. Denn die labilität ergibt sich doch letztlich nur daraus, dass zuviel Geld gedruckt wurde durch die Einräumung von Krediten ohne ausreichende bonität. Solange also der Geldüberhang in den Finanzmärkten herumschwappt, ist dieses Unterfangen vergeblich.
    Letztlich können die Probleme nur durch Inflationierung gelöst werden. Das war 1929 so und ist heute nicht anders.
    Lediglich wie man inflationiert, das ist begrenzt steuerbar.
    Mit Inflation werden die werthaltig hinterlegten Sicherheiten automatisch das Eigenkapital stärken, ohne inflation bleibt es ein Schneeballsystem Wettbewerb um die zu wenig Werthaltiges.

    H.

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