Österreichs Pleitebank
EU genehmigt Abwicklungsplan von Hypo Alpe Adria

Die angeschlagene Hypo Alpe Adria braucht dringend eine weitere Kapitalspritze. Die EU-Wettbewerbshüter haben einem Medienbericht zufolge nun den dafür nötigen Abwicklungsplan der österreichischen Bank genehmigt.
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WienDie EU-Wettbewerbshüter haben den Abwicklungsplan für die verstaatlichte österreichische Bank Hypo Alpe Adria Insidern zufolge unter Auflagen genehmigt. Das sagten drei mit der Situation vertraute Personen aus Österreich am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Damit ebnet die Kommission den Weg für eine weitere staatliche Geldspritze, die das angeschlagene Institut dringend benötigt.

In dem seit Jahren laufenden Beihilfeverfahren geht es um Staatshilfen von bis zu drei Milliarden Euro für die ehemalige BayernLB-Tochter. Noch kenne Österreich jedoch keine Details der Genehmigung. „Es gibt noch einige technische Fragen“, sagte einer der Insider. Das Finanzministerium in Wien wollte sich zunächst nicht dazu äußern.

Österreich hatte das Institut 2009 von der BayernLB übernommen, die kein Geld mehr in das marode Geldhaus pumpen wollte. Seither lastet die Bank auf der Staatskasse: Wegen eines Verlusts von knapp 860 Millionen Euro im ersten Halbjahr muss das Land weitere 700 Millionen Euro in die Bank pumpen, um sie über Wasser zu halten. Das Geld kann aber erst dann fließen, wenn die EU-Wettbewerbshüter grünes Licht gegeben haben. Auch deshalb war eine rasche Entscheidung der Brüsseler Behörde wichtig.

Auf die Kernpunkte des Abwicklungsplans hatte sich Österreich mit der EU bereits geeinigt: Neben dem für das vierte Quartal erwarteten Verkauf der Österreich-Tochter an einen britischen Investor soll die Hypo das Südosteuropa-Geschäft mit 250 Filialen und zuletzt 4300 Beschäftigten bis 2015 losschlagen. Die kriselnde Italien-Tochter soll geschlossen werden.

Vor der Finanzkrise 2008 hatte die Hypo jahrzehntelang mit Garantien des Bundeslandes Kärnten ihren rasanten Expansionskurs in Zentral- und Osteuropa vorangetrieben - der das Institut schließlich an den Rand der Insolvenz brachte. Wieviel weitere Staatshilfen die Bank im Zuge ihres Abbaus noch braucht, hängt auch vom Erfolg des geplanten Verkaufs des dortigen Geschäfts ab.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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