Offenlegungsbericht der Haspa Finanzholding Millionenverdiener im Sparkassenlager

Vorstände der Hamburger Sparkasse kommen auf deutlich höhere Vergütungen als gedacht. Die Manager des kommunalen Geldhauses stoßen in Dimensionen von Privatbanken vor – wobei diese eine weitaus höhere Bilanzsumme haben.
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Schild einer Filiale der Hamburger Sparkasse (Haspa): Insgesamt kamen sechs Manager des Instituts auf jeweils mehr als eine Million Euro pro Jahr. Quelle: dpa
Hamburger Sparkasse

Schild einer Filiale der Hamburger Sparkasse (Haspa): Insgesamt kamen sechs Manager des Instituts auf jeweils mehr als eine Million Euro pro Jahr.

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Frankfurt„Nahezu jeder Sparkassendirektor verdient mehr als die Kanzlerin.“ Das hat der frühere Finanzminister und damalige SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück vor gut fünf Jahren gesagt und damit etliche Menschen dazu gebracht, die Differenz auszurechnen. Oder auch das eigene Gehalt mit dem von Angela Merkel und dem örtlichen Sparkassenvorstand zu vergleichen. Bei der Vergütung einiger Sparkassendirektoren fällt die Differenz inzwischen wohl üppiger denn je aus – und das, obwohl auch das Jahresgehalt der Kanzlerin auf rund 300.000 Euro gestiegen ist.

So kam der Topverdiener der Hamburger Sparkasse (Haspa), mutmaßlich Vorstandssprecher Harald Vogelsang, im Jahr 2016 auf eine Gesamtvergütung, die zwischen 1,5 und zwei Millionen Euro. Das geht aus dem Offenlegungsbericht der Haspa Finanzholding hervor, die sämtliche Aktien der Hamburger Sparkasse AG hält. Der Finanzblog „Finanz-Szene.de“ hat den Bericht der Holding als erster aufgegriffen.

Insgesamt kamen sechs Manager des Instituts auf jeweils mehr als eine Million Euro pro Jahr, darunter die fünf Vorstände der Hamburger Sparkasse AG, wie eine Sprecherin bestätigte. Das ergibt eine Gesamtvergütung von aggregiert mindestens 5,5 Millionen Euro für das Jahr 2016 und liegt deutlich über der Vergütungssumme von 2,9 Millionen Euro, die der Geschäftsbericht der Hamburger Sparkasse AG für das gleiche Jahr ausweist.

Die Differenz kommt offenbar vor allem dank üppiger Pensionsrückstellungen zustande. Auf Grund der anhaltenden Niedrigzinsphase müsse das Institut deutlich höhere Pensionsrückstellungen bilden – auch für seinen Vorstand, erklärte eine Haspa-Sprecherin. Die Vorstandsmitglieder haben zudem eine Doppelfunktion, sie arbeiten für die AG und die Holding. Auch das sei Teil der Erklärung für die Kluft zwischen den Zahlen, die der Geschäftsbericht der AG und der Offenlegungsbericht der Holding nennen, heißt es bei der Haspa.

Der Topverdiener des Instituts stößt damit in die Dimensionen von Privatbanken mit einer deutlich größeren Bilanzsumme vor. Bei der Hamburger Sparkasse lag diese 2016 bei gut 43 Milliarden Euro, bei der Commerzbank war es mehr als das Zehnfache. Geht es um die Vergütung der Vorstände beider Institute, sind die Differenzen dagegen deutlich überschaubarer. So kam Commerzbank-Chef Martin Zielke auf 2,4 Millionen Euro, der Haspa-Spitzenverdiener liegt in der Vergütungsstufe 1,5 bis zwei Millionen.

Experten zufolge legen Sparkassen traditionell deutlich mehr Geld für die Altersvorsorge ihrer Spitzenmanager zurück als Privat- und Genossenschaftsbanken. So hat Finanzprofessor Ralf Jasny ausgerechnet, dass Sparkassen in Nordrhein-Westfalen für ihre Vorstände 2013 durchschnittlich 27 Prozent der Gesamtbezüge für Pensionen zurückstellten. Bei einer großen deutschen Privatbank waren es zwei Prozent.

Die Hamburger Sparkasse ist gemessen an der Bilanzsumme die größte Sparkasse. 2016 hat die Haspa nach Steuern ein Ergebnis von 80 Millionen Euro verbucht – ähnlich wie im Vorjahr. Und sich damit trotz Niedrigzinsphase gut geschlagen.

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