Online-Broker schreibt operativ schwarze Zahlen Consors steigt in die Vermögensberatung ein

Der deutsche Ableger des Online-Brokers Cortal Consors (früher Consors) baut jetzt ebenso wie die Konkurrenten Comdirect und DAB Bank eine Vermögensberatung auf. Der Startschuss soll Anfang nächsten Jahres mit etwa 30 Beratern fallen, die die Kunden zu Hause beraten, sagte Deutschland-Vertriebschef Martin Daut dem Handelsblatt.

pot FRANKFURT/M. Operativ ist Consors wie die gesamte Branche nach dem extrem schlechten Jahr 2002 auf dem Weg der Besserung. Im ersten Halbjahr habe man „operativ schwarze Zahlen erreicht“, sagte Daut. Die Zahl der Transaktionen lag mit 2 Millionen auf Vorjahresniveau, wobei sich das Geschäft gerade in den letzten Monaten deutlich belebt habe. Auch für das Gesamtjahr erwartet Daut einen operativen Gewinn.

Consors wurde im vergangenen Jahr von der französischen Großbank BNP Paribas übernommen und mit deren Online-Tochter Cortal verschmolzen. Als äußerlicher Schlusspunkt der Integration wird die Consors Discount-Broker AG im Oktober aufgelöst und künftig als deutsche Niederlassung von Cortal Consors fungieren. Das operative Geschäft in Deutschland wird von den beiden Consors-Managern Martin Daut und Ralph Croissant gleitet. Consors-Gründer Karl-Matthäus Schmidt wechselt in das Aufsichtsgremium von Cortal Consors.

Innerhalb von Cortal Consors steuert das Deutschlandgeschäft gut zwei Fünftel zum Gesamtumsatz bei. Ähnlich groß ist der Anteil Frankreichs. Der Rest verteilt sich auf Italien, Spanien, Luxemburg und Belgien. Auch Cortal Consors insgesamt erreichte im ersten Halbjahr die Gewinnschwelle.

Cortal und Consors liefern damit einen weiteren Beweis dafür, dass die Zunft der Online-Broker ihre dramatische Krise überstanden hat. 2002 hatte Cortal Consors wegen der Belastungen in Deutschland noch einen Verlust von 41 Mill. Euro eingefahren. Auch Comdirect und DAB sind im ersten Halbjahr in die schwarzen Zahlen zurück gekehrt. Comdirect verdiente vor Steuern 15 Mill. Euro, bei der DAB waren es 1,5 Mill. Euro. Ebenso wie Consors verdanken sie dies vor allem drakonischen Sparmaßnahmen und massiven Stellenstreichungen. Zudem zogen im zweiten Quartal mit den steigenden Börsenkurse auch die Umsätze an.

Mit dem Aufbau einer eigenen Vermögensberatung wandelt Cortal Consors in Deutschland jetzt auf ähnlichen Pfaden wie die Konkurrenz. Comdirect-Chef Achim Kassow will ebenfalls Anfang nächsten Jahres mit der Vermögensberatung beginnen. Als ersten Standorte sind Hamburg, München und Frankfurt geplant. In drei Jahren sollen 180 Berater etwa 20 000 Kunden beraten. Die DAB Bank setzt ebenfalls auf Vermögensberatung, baut diese aber nicht in eigener Regie, sondern in Kooperation mit dem Finanzplaner Plansecur auf.

Unterschiede gibt es aber in der strategischen Ausrichtung. Comdirect und DAB wollen sich vom reinen Online-Broker explizit zur „Erstbank“ für ihren Kunden mausern und beispielsweise Girokonten anbieten. Die Krise der vergangenen Jahre hat gezeigt, das das reine Brokerage allein als Geschäftsmodell kaum tragfähig ist. Auch Cortal Consors will die Abhängigkeit vom Aktienhandel durch den Verkauf neuer Produkte verringern, beschränkt sich aber auf Spar- und Investmentprodukte. Man wolle nicht zur Erstbank werden, sondern Zweitbank bleiben und künftig als „Anlagebank für Europa“ auftreten, sagte Daut.

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