Operative Schwächen: DZ Bank gewinnt durch Verkauf der Norisbank

Operative Schwächen
DZ Bank gewinnt durch Verkauf der Norisbank

Die DZ Bank hat im vergangenen Jahr ihren Gewinn mehr als verdoppelt. Das gelang ihr allerdings nur durch eine geringere Risikovorsorge, eine gesunkene Steuerlastden und den Verkauf der Norisbank-Filialen. Operativ zeigt das Kreditinstitut dagegen Schwächen.

HB FRANKFURT. Unter dem Strich seien im Konzern 1,4 Mrd. Euro Gewinn nach 634 Mill. Euro im Vorjahr verbucht worden, teilte das größere der beiden genossenschaftlichen Spitzeninstitute am Donnerstag in Frankfurt mit. Auf operativer Basis und vor Risikovorsorge sank das Ergebnis hingegen um 3 Prozent auf 1,85 Mrd. Euro. Die Bank solo verzeichnete ein Plus beim Nettogewinn von 140 Prozent auf 528 Mill. Euro. Zum Konzern gehören darüber hinaus unter anderem die Bausparkasse Schwäbisch Hall, die Fondsgesellschaft Union Investment und die R + V Versicherung.

„Das erfreuliche Ergebnis ist ein Beleg für die Tragfähigkeit unseres Geschäftsmodells als Allfinanzgruppe. Der entscheidende Wettbewerbsfaktor ist dabei die hervorragende Zusammenarbeit mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken“, erklärte DZ-Bank-Vorstandschef Wolfgang Kirsch. Die Anteilseigner der Bank sollen von dem guten Ergebnis mit einer um 3 Cent auf 13 Cent erhöhten Dividende je Aktie profitieren. Teilhaber sind sie Ortsbanken und das kleinere Spitzeninstitut WGZ Bank.

Die Erträge steigerte die DZ-Bank-Gruppe im vergangenen Jahr um gut 5 Prozent auf 4,54 Mrd. Euro. Allerdings floss hier auch der Verkauf der Norisbank-Filialen und des Markennamens an die Deutsche Bank im Sommer für 420 Mill. Euro mit ein. Der Zinsüberschuss als wichtigste Ertragskomponente legte um 2,2 Prozent auf 2,41 Mrd. Euro zu. Der Provisionsüberschuss und das Ergebnis aus dem Versicherungsgeschäft entwickelten sich hingegen rückläufig.

Deutlich höher als im Vorjahr fiel mit 2,69 Mrd. Euro der Verwaltungsaufwand aus; 2005 waren es erst 2,41 Mrd. Euro gewesen. In den jüngsten Zahlen schlug sich allerdings eine geänderte Berechnung der Pensionsrückstellungen nieder. Die Vorsorge für faule Kredite senkten die Frankfurter 2006 um ein Zehntel auf 380 Mill. Euro.

Die einzelnen Sparten der DZ Bank Gruppe bauten Kirsch zufolge ihre Marktposition im Inland weiter aus. Ausgehend von der starken Stellung auf dem Heimatmarkt habe das Unternehmen seine Expansion im Ausland weiter vorangetrieben, unter anderem wurden 25 Prozent an der italienischen Genossenschaftsbank Cassa Centrale Banca erworben.

Wie bereits im Vorjahr nahm die DZ Bank AG auch 2006 auf die Hamburger DG Hyp Wertberichtigungen vor. Diese bezifferte sie auf 130 Mill. Euro. Die Immobilientochter hatte in der Vergangenheit mit faulen Immobilienfinanzierungen zu kämpfen. Das größte Hypothekeninstitut des Verbundes war 2005 nicht mehr in der Lage gewesen, die Lasten vollständig aus eigener Kraft zu tragen.

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