Osteuropatochter
Österreichische Volksbank besiegelt VBI-Verkauf

Die Österreichische Volksbanken AG hat den Verkauf ihrer Osteuropatochter abgeschlossen. Mit dem Verkauf will das angeschlagene Institut seine Kapitaldecke aufpolstern. Außerdem hat die Trennung einen netten Nebeneffekt.
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WienDie angeschlagene Österreichische Volksbanken AG hat den Verkauf ihrer Osteuropatochter VBI an die russische Sberbank unter Dach und Fach gebracht. ÖVAG-Chef Gerald Wenzel und Sberbank-Chef German Gref besiegelten am Mittwoch in Wien die Transaktion, die der ÖVAG für ihren 51-prozentigen VBI-Anteil 260 Millionen Euro in die Kassen spült. Weitere rund 245 Millionen Euro gehen an die übrigen Anteilseigner DZ Bank und WGZ aus Deutschland und die französische Banque Populaire Caisse d'Epargne.

Angenehmer Nebeneffekt für die ÖVAG: Sie verkleinert sich durch die Trennung so weit, dass sie künftig nicht mehr am europäischen Bankenstresstest teilnehmen muss. Den letzten Stresstest hatte sie nicht bestanden.

Für die angeschlagene ÖVAG ist der Verkauf aber nur der erste Schritt auf einem noch langen Weg. Denn um ohne Staatshilfen zu überleben und sich auf strengere Kapitalvorschriften einzurichten, soll sich die ÖVAG auf ihre Rolle als Spitzeninstitut und Dienstleister der österreichischen Volksbanken beschränken. Vor der Unterzeichnung des VBI-Vertrags trafen sich die gut 60 regionalen Volksbanken, um den Umbau der ÖVAG auf den Weg zu bringen.

Zudem sollen die Volksbanken in einem Haftungsverbund künftig bei finanziellen Schwierigkeiten füreinander einspringen. Weitere Staatshilfen oder gar eine Verstaatlichung der ÖVAG werden dadurch unwahrscheinlicher. Einige Volksbanken lehnen den neuen Verbund jedoch ab. Sie hätten lieber neuerliche Staatshilfen für die ÖVAG gesehen, als für das kränkelnde Institut selbst den Kopf hinzuhalten.

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Auch nach dem Umbau bleiben noch Probleme

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