Panama Papers

Société Générale gerät in den Fokus der Finanzermittler

Der Société Générale könnten die Panama Paper zum Verhängnis werden. Am Dienstag haben Finanzermittler den Sitz der Bank durchsucht. Ihr wird vorgeworfen Briefkastenfirmen für ihre Kunden eingerichtet zu haben.
Die französische Großbank könnte in den Skandal der Panama Papers reingezogen werden. Quelle: dpa
Société Générale

Die französische Großbank könnte in den Skandal der Panama Papers reingezogen werden.

(Foto: dpa)

ParisFranzösische Finanzermittler haben im Zusammenhang mit den „Panama Papieren“ den Sitz der Großbank Société Générale durchsucht. Bei dem Einsatz im Pariser Geschäftsviertel La Défense seien Unterlagen – insbesondere in digitaler Form – beschlagnahmt worden, hieß es am Sonntag aus Justizkreisen in Paris. Die Durchsuchung sei im Zusammenhang mit den vorläufigen Ermittlungen erfolgt, welche die Staatsanwaltschaft in der vergangenen Woche nach Bekanntwerden der sogenannten Panama Papiere eingeleitet hatte.

In den Dokumenten finden sich nach Informationen französischer Medien Hinweise darauf, dass die Société Générale mithilfe der panamaischen Finanzkanzlei Mossack Fonseca knapp tausend Briefkastenfirmen für ihre Kunden einrichtete. Die Bank selbst hatte bereits beteuert, dass davon nur einige Dutzend noch bestehen und „absolut transparent“ arbeiteten. Die Durchsuchung am Pariser Sitz der Bank soll bereits am Dienstag stattgefunden haben.

Diese Banken sind in die Panama-Affäre verwickelt
Der Sitz von Mossack Fonseca in Panama
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Ein internationales Recherchenetzwerk hat Daten der Kanzlei „Mossack Fonseca“ aus Panama ausgewertet, die sogenannten Offshore-Firmen in Steueroasen registriert. Im Auftrag von Banken hat die Kanzlei für viele Kunden solche Konstrukte angelegt, die oftmals der Steueroptimierung dienen.
Laut Georg Mascolo, Leiter der Recherchekooperation von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung seien auch deutsche Banken in die Geschäfte verwickelt. Er sagte am Sonntagabend: „Wenn Sie mich fragen würden, welche der deutschen Banken eigentlich nicht dabei gewesen ist, Kunden zu helfen, zu „Mossack Fonseca“ zu gehen, müsste ich lange nachdenken, ob mir überhaupt eine einfällt.
Die Commerzbank hatte beispielsweise im vergangenen Jahr bereits 17 Millionen Euro Bußgeld wegen umstrittener Geschäfte in Panama und Luxemburg gezahlt.

Platz 10: Rothschild Trust
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Die Funktionsweise von Mossack Fonsecas Geschäft: Für nur wenige Tausend Dollar bekommt der Kunde eine anonyme Firma. Die Kanzlei stattet die Firma mit Scheindirektoren aus und verschleiert damit den wahren Eigentümer. Dieses Geschäftsmodell ist moralisch zweifelhaft, sie sind aber nicht per se illegal. Der ausgewertete Datensatz zeigt, welche Institute über die Kanzlei in Panama die meisten Schattenfirmen registrierten. Auf Platz 10 landet die Investmentbank Rothschild, eine Tochtergesellschaft des Unternehmens registrierte für seine Kunden 378 Offshore-Unternehmen.

Quelle: ICIJ

Platz 9: Landsbanki Luxembourg
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Die Landsbanki Luxembourg ließe den Daten zufolge 404 Schattenfirmen registrieren.

Platz 8: Société Générale
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Die Luxemburg-Tochter der französischen Großbank Société Générale hat 465 Offshore-Unternehmen für seine Kunden registriert.

Platz 7: Coutts
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Die britische Privatbank kommt auf eine Zahl von 487 Schattenfirmen, die für ihre Kunden registriert wurden.

Platz 6: UBS
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Die Schweizer Großbank UBS ließ im Auftrag seiner Kunden 579 Schattenfirmen registrieren.

Platz 5: HSBC Schweiz
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Die Schweiz-Tochter der britischen Großbank HSBC wickelte Deals mit 733 Schattenfirmen ab. Fasst man alle HSBC-Töchter zusammen, landet die britische Bank sogar auf Rang 1 der Geschäftspartner von Mossack Fonseca – mit mehr als 2.300 registrierten Firmen.

Das weltweite Journalisten-Netzwerk ICIJ hatte in den vergangenen Monaten einen umfangreichen Datensatz über Briefkastenfirmen ausgewertet, die über die in Panama-Stadt ansässige Finanzkanzlei Mossack Fonseca laufen. Den Unterlagen zufolge haben auch andere Großbanken mit der Kanzlei zusammengearbeitet, um Briefkastenfirmen einzurichten – unter anderem die HSBC, die UBS und die Credit Suisse.

  • afp
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