Parteien vereinbarten Stillschweigen: AWD erzielt Vergleich bei "Dreiländerfonds"

Parteien vereinbarten Stillschweigen
AWD erzielt Vergleich bei "Dreiländerfonds"

Der Finanzdienstleister AWD hat vor Jahren bei Anlegern Geld für einen Fonds gesammelt, der vor allem in Musical- und Freizeitanlagen investierte - das Projekt kam nach der Musical-Pleite "Stella" ins Trudeln - die Anleger klagten wegen möglicher Falschberatung. Die erste vor dem Bundesgerichtshof (BGH) anhängige Anleger-Klage wurde jetzt zwei Tage vor dem Verhandlungstermin durch einen Vergleich beigelegt.

HB KARLSRUHE „Die Parteien haben sich verglichen. Der Termin wird nicht stattfinden“, sagte der Stuttgarter Rechtsanwalt Oliver Renner am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Sprecher des Finanzvertriebs bestätigte den Vergleich, über dessen Inhalt Stillschweigen vereinbart worden sei. Ein zweites Verfahren vor dem BGH, über das ebenfalls an diesem Donnerstag in Karlsruhe verhandelt werden sollte, sei ausgesetzt, sagte der Sprecher. Die Vergleichsverhandlungen liefen aber noch, ob es zu einer Einigung kommen werde, sei offen.

Die beiden Anleger hatten in der Vorinstanz vor dem Celler Oberlandesgericht gewonnen, weil der AWD sie unzureichend über die Risiken des Fonds aufgeklärt habe. Der AWD hatte an 14 000 Anleger Fondsanteile über fast 360 Millionen Euro verkauft. 50 Verfahren bei unteren Instanzen laufen nach Firmenangaben noch. Dabei forderten die Kläger insgesamt drei Millionen Euro. Der Vergleich sei kein Muster für den Umgang mit den übrigen Klagen, sagte der Sprecher. „Es sind alles Einzelfälle“, betonte er. Die jüngsten Urteile seien im Übrigen zum größten Teil zu Gunsten des AWD entschieden worden. Der Finanzdienstleister habe ausreichend Vorsorge getroffen.

Der von der Stuttgarter Anlagegesellschaft Kapital Consult aufgelegte Immobilienfonds DLF 94/17 hatte in Deutschland vor allem das Musical- und Freizeitkomplex Stuttgart International finanziert und dafür insgesamt 655 Mill. Euro bei 20 000 Anlegern eingesammelt. Der Fonds war in Schwierigkeiten geraten, nachdem der Musicalbetreiber Stella 1999 Insolvenz angemeldet hatte. Rechtsanwalt Renner vertritt einen Anleger, der selbst als Orchestermusiker im Musical „Miss Saigon“ arbeitet und gut 30 000 Euro angelegt hatte.

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