Paul Lerbinger tritt zurück
HSH Nordbank bekommt neuen Chef

Bei der HSH Nordbank kracht es. Vorstandschef Paul Lerbinger übt seinen Posten nur noch bis zum Ende des Monats aus. Der Führungswechsel kommt überraschend. Der neue Chef kommt aus dem Hause.
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DüsseldorfDie HSH Nordbank steht vor einem Führungswechsel. Der bisherige Vorstandschef Paul Lerbinger zieht sich Ende Oktober von seinem Posten zurück. Das teilte die Landesbank mit. Lerbinger sei mit dem Aufsichtsratschef Hilmar Kopper übereingekommen, seine Tätigkeit zu beenden, hieß es in einer Mitteilung.

Die Zustimmung des Aufsichtsrats solle am 24. Oktober erfolgen. Das Ausscheiden sei in der für die Bank schwierigen Phase ihrer Umstrukturierung bedauerlich, wird Kopper zitiert. „Herrn Lerbinger gebührt hoher Dank für die geleistete Arbeit und den unermüdlichen Einsatz unter sehr anspruchsvollen Rahmenbedingungen.“

Neuer Chef soll der bisherige Finanzvorstand Constantin von Oesterreich werden, gab die HSH Nordbank in der knappen Mitteilung bekannt. Von Oesterreich ist seit November 2009 Risikovorstand der HSH Nordbank. Lerbinger hatte seit März 2011 den Umbau der staatlich geretteten Bank vorangetrieben, die derzeit mit den Auswirkungen der Schifffahrtskrise zu kämpfen hat.

Erst am vergangenen Freitag hatte die Bank vermeldet, ihr vierköpfiges Vorstandsgremium um ein weiteres Mitglied aufzustocken. Matthias Wittenburg soll von Januar 2013 an dem Bereich Produkte und Kapitalmärkte vorstehen. Dieser war bislang vom Unternehmens- und Privatkunden-Vorstand Torsten Temp kommissarisch geführt worden. Der 44-jährige Wittenburg kommt von der Commerzbank.

Tobias Döring, Redakteur Unternehmen, Handelsblatt Online
Tobias Döring
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Kommentare zu " Paul Lerbinger tritt zurück: HSH Nordbank bekommt neuen Chef"

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  • Hat die HSH Nordbank keinen besseren CFO als Stefan Ermisch gefunden? Was sucht so ein selbsverliebter an gnadenloser Selbstüberschätzung leidende Opportunist im Vorstand einer schwer angeschlagenen Bank? Man hätte letztes Jahr froh sein sollen als er beleidigt die BayernLB verlassen hat. Da hat wohl einer gedacht, dass er für was höheres berufen ist. Aber 18 Monate Arbeitslosigkeit und Absagen von Coba und Deka haben gezeigt , dass er nicht der gefragte Super Manager ist, für den er sich wohl hält.Schade, dass die HSH so einen manager von der Straße aufgelesen hat.

  • @ Kenner

    Scheint ein recht klarer Fall zu sein. Die Bank ist praktisch pleite und bracuht nun einen Bucfälscher an der Spitze.

  • Nee, Lerbinger ist wohl gerade KEIN Bankster, was ihn den Job kostet. (Die 300-Maffia-Millionen sind da vergleichsweise Peanuts.)
    Ich fand folgende Erklärung:
    Lerbinger hatte intern erklärt, die Bank werde zum Jahresende mit über 50%-iger Wahrscheinlichkeit die Garantien der Länder "ziehen" müssen. Das ist öffentlich geworden. Und es beinhaltet die Bombe schlechthin: Große Abschreibungen wären erforderlich, Verluste entstünden, das gesetzliche Mindestkapital würde unterschritten und last not least der gesamte Sanierungsplan wäre gescheitert. Länder in der Zahlungspflicht und EU mit neuer Entscheidung über die Bank insgesamt (diese könnte wie bei der West-LB aussehen).

    Da musste der Aufsichtsratchef Kopper handeln. Mit Lerbinger wäre die Verkündung einer "Wende" nicht mehr möglich. Er ist verbrannt, zur "Bilanzgestaltung" nach seinen Äußerungen nicht mehr vermittelbar; vielleicht auch nicht bereit.

    Was der Nachfolger wohl in den kommenden Monsten bis zum Jahresabschluss für 2012 verkünden wird, kann man schon erahnen. Man darf gespannt sein, ob Bankenaufsicht und Jahresabschlussprüfer dazu "stillhalten".



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